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London, zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Im Gegensatz
zu den meisten anderen höheren Töchtern
lebt die 30-jährige Beatrix noch bei ihren
wohlhabenden Eltern in einem Palast mit Dienstboten.
Eine standesgemäße Heirat lehnt sie ab,
weil sie die damit verbundene berufliche und soziale
Passivität nicht ertragen könnte. Anstatt
dem weiblichen Rollenklischee zu entsprechen, träumt
die talentierte Aquarellmalerin und Geschichtenerzählerin
seit ihrer Kindheit von einer Karriere als Illustratorin.
Ihre anrührenden Geschichten drehen sich um
Hasen, Enten, Mäuse; diese possierlichen Tiere
sind ihre besten Freunde, ihre Flucht aus dem Alltag.
Doch erst die Bekanntschaft mit dem sensiblen Verleger-Sohn
Norman Warne, der sich als Seelenverwandter erweist,
rückt ihren Traum in greifbare Nähe. Gegen
die wirtschaftlichen Bedenken seiner Brüder
publiziert er Beatrix' erstes Kinderbuch, das sich
rasch großer Popularität erfreut. Der
enorme Erfolg ihrer "Geschichte von Peter Hase"
und weiterer Bücher verhilft der bekannten
Autorin bald zu wirtschaftlicher Unabhängigkeit.
Ihr nächster Schritt aus dem Goldenen Käfig
wäre die Heirat mit Norman. Doch ihre traditionsbewusste
Mutter Helen und auch ihr liebenswürdiger Vater
missbilligen die nicht standesgemäßen
Ehepläne mit einem "Gewerbetreibenden".
Beatrix will sich durchsetzen, doch Normans tragischer
Tod reißt sie in eine Melancholie, aus der
sie sich erst durch ein neues Projekt befreit: Mit
den üppigen Tantiemen ihrer Bücher erwirbt
sie eine Reihe wunderbarer Farmgrundstücke
und Anwesen im Lake District, um sie vor profitgierigen
Großinvestoren zu retten.
Regisseur Chris Noonan, dessen liebenswürdiger
Tierfilm "Ein Schweinchen namens Babe"
mit dem Oscar prämiert wurde, hat die Vita
der leidgeprüften Künstlerin und Naturschützerin
als humorvoll-hintersinniges Biopic verfilmt. Basierend
auf Beatrix Potters authentischer Lebensgeschichte,
versetzt Noonan den Zuschauer in ein opulent ausgestattetes
viktorianisches England der Jahrhundertwende, wie
man es aus Jane-Austen-Verfilmungen kennt. Beatrix'
Tierbilder sind teilweise zum Cartoon animiert,
um auszudrücken, dass die Malerin in einer
Welt mit ihren Geschöpfen lebt. Für die
Darstellung dieser frühen Feministin erhielt
Oscar-Preisträgerin Renée Zellweger
nicht zufällig ihre sechste Golden-Globe-Nominierung.
An ihrer Seite glänzt Ewan McGregor durch eine
klug zurückhaltende Performance.
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