|
Im Australien des Jahres 1931 vollbrachten drei
Aborigine-"Mischlingskinder" eine schier
übermenschliche Leistung: Nach der dramatischen
Flucht aus einem "Umerziehungslager" der
Regierung gelang es ihnen in einem ungeheuerlichen
Kraftakt, die unendliche Weite der australischen
Wüste zu durchqueren und zu ihren Müttern
zurückzukehren. Basierend auf dieser wahren
Begebenheit erzählt "Der lange Weg nach
Hause" von der grausamen Rassenpolitik der
australischen Regierung, die bis in die 70er Jahre
hinein alle "Mischlingskinder", deren
Väter zumeist weiße Wanderarbeiter waren,
ihren Aborigine-Müttern entriss und in Erziehungsheime
steckte. Dort erhielten sie unter härtesten
Bedingungen eine simple Ausbildung, um später
als billige Hausangestellte oder Farmarbeiter an
wohlhabende weiße Familien vermittelt werden
zu können. Man war der Überzeugung, dass
durch diese "Entmischung" der Rassen die
Ur-Urenkel der Mischlingsgeneration wieder "weiß"
sein würden.
Auch die beiden Mischlingsschwestern Molly, zwölf
Jahre alt, und Daisy, acht, sowie ihre zehnjährige
Cousine Gracie, werden mit Gewalt ihren schockierten
Müttern weggenommen und in ein 1.500 Meilen
entferntes Heim nördlich von Perth gebracht.
Aber schon nach kurzer Zeit fliehen die Mädchen
unter Mollys Führung aus dem Camp und begeben
sich zu Fuß auf eine gefahrvolle Reise quer
durch Australien - ständig verfolgt von Fährtenlesern
der Polizei und den Häschern des verbissenen,
zynisch als "Chief Protector of Aborigines"
bezeichneten Bürokraten A.O. Neville. Immer
wieder gelingt es den erschöpften Kindern,
ihren Verfolgern, allen voran dem Aborigine-Fährtenleser
Moodoo, in den Weiten der australischen Wüste
zu entwischen. Aber natürlich wissen Nevilles
Männer letzten Endes genau, welches Ziel die
Mädchen ansteuern.
Das sensible Drama "Der lange Weg nach Hause"
sorgte nach seiner Premiere in Australien für
große Kontroversen, berührt der Film
doch ein Thema, dass von den Behörden lange
Zeit totgeschwiegen wurde. Man warf Regisseur Phillip
Noyce Nestbeschmutzung und eine überspitzte
Darstellung der Praktiken vor - zu Unrecht, wie
Zeitzeugen bestätigen konnten. Aber trotz des
überaus ernsten Themas versteht es Noyce meisterhaft,
sein kritisches Anliegen in ein ebenso spannendes
wie anspruchsvolles Drama zu packen. Nicht umsonst
wurde er für seine Regieleistung mit zahlreichen
Preisen bedacht, darunter die "Director of
the Year Awards" des australischen sowie des
Londoner Filmkritikerverbandes. Neben den jungen
Amateurdarstellerinnen ist Hollywoodstar und Shakespeare-Mime
Kenneth Branagh in einer Hauptrolle zu sehen.
|