Der lange Weg nach Hause

Spielfilm aus Australien von 2002
Regie Phillip Noyce
Drehbuch Christine Olsen, nach dem Roman "Follow the Rabbit-Proof Fence" von Doris Pilkington
Musik Peter Gabriel
Kamera Christopher Doyle und Brad Shield
Darsteller Molly - Everlyn Sampi
Daisy - Tianna Sansbury
Gracie - Laura Monaghan
A. O. Neville - Kenneth Branagh
Moodoo - David Gulpilil
Constable Riggs - Jason Clarke
Maud - Ningali Lawford
Mollys Großmutter - Myarn Lawford
Mavis - Deborah Mailman
Polizeiinspektor - Roy Billing
u. a.

Im Australien des Jahres 1931 vollbrachten drei Aborigine-"Mischlingskinder" eine schier übermenschliche Leistung: Nach der dramatischen Flucht aus einem "Umerziehungslager" der Regierung gelang es ihnen in einem ungeheuerlichen Kraftakt, die unendliche Weite der australischen Wüste zu durchqueren und zu ihren Müttern zurückzukehren. Basierend auf dieser wahren Begebenheit erzählt "Der lange Weg nach Hause" von der grausamen Rassenpolitik der australischen Regierung, die bis in die 70er Jahre hinein alle "Mischlingskinder", deren Väter zumeist weiße Wanderarbeiter waren, ihren Aborigine-Müttern entriss und in Erziehungsheime steckte. Dort erhielten sie unter härtesten Bedingungen eine simple Ausbildung, um später als billige Hausangestellte oder Farmarbeiter an wohlhabende weiße Familien vermittelt werden zu können. Man war der Überzeugung, dass durch diese "Entmischung" der Rassen die Ur-Urenkel der Mischlingsgeneration wieder "weiß" sein würden.

Auch die beiden Mischlingsschwestern Molly, zwölf Jahre alt, und Daisy, acht, sowie ihre zehnjährige Cousine Gracie, werden mit Gewalt ihren schockierten Müttern weggenommen und in ein 1.500 Meilen entferntes Heim nördlich von Perth gebracht. Aber schon nach kurzer Zeit fliehen die Mädchen unter Mollys Führung aus dem Camp und begeben sich zu Fuß auf eine gefahrvolle Reise quer durch Australien - ständig verfolgt von Fährtenlesern der Polizei und den Häschern des verbissenen, zynisch als "Chief Protector of Aborigines" bezeichneten Bürokraten A.O. Neville. Immer wieder gelingt es den erschöpften Kindern, ihren Verfolgern, allen voran dem Aborigine-Fährtenleser Moodoo, in den Weiten der australischen Wüste zu entwischen. Aber natürlich wissen Nevilles Männer letzten Endes genau, welches Ziel die Mädchen ansteuern.

Das sensible Drama "Der lange Weg nach Hause" sorgte nach seiner Premiere in Australien für große Kontroversen, berührt der Film doch ein Thema, dass von den Behörden lange Zeit totgeschwiegen wurde. Man warf Regisseur Phillip Noyce Nestbeschmutzung und eine überspitzte Darstellung der Praktiken vor - zu Unrecht, wie Zeitzeugen bestätigen konnten. Aber trotz des überaus ernsten Themas versteht es Noyce meisterhaft, sein kritisches Anliegen in ein ebenso spannendes wie anspruchsvolles Drama zu packen. Nicht umsonst wurde er für seine Regieleistung mit zahlreichen Preisen bedacht, darunter die "Director of the Year Awards" des australischen sowie des Londoner Filmkritikerverbandes. Neben den jungen Amateurdarstellerinnen ist Hollywoodstar und Shakespeare-Mime Kenneth Branagh in einer Hauptrolle zu sehen.
   

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