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Der achtjährige Michael Mundy lebt als uneheliches
Kind mit seiner Mutter Christina und ihren vier
Schwestern auf einem ärmlichen kleinen Gehöft
in der irischen Grafschaft Donegal. Der Sommer des
Jahres 1936 ist eine Zeit des Umbruchs für
die Familie, die sich mühsam mit dem Lehrerinnengehalt
der Ältesten, Kate, und dem Verkauf selbst
gestrickter Handschuhe über Wasser hält.
Die Frauen, alle unverheiratet, freuen sich über
die Rückkehr ihres Bruders Jack, den sie seit
25 Jahren nicht gesehen haben.
Aber das Leben als Priester in Uganda hat Jack erschöpft
- eigentlich ist er nur zum Sterben nach Hause gekommen.
Weiteren Zuwachs erhält die Wohngemeinschaft,
als Michaels Vater Gerry sich vorübergehend
auf dem Hof einnistet. Der charmante Herumtreiber
will für die Internationale Brigade im Spanischen
Bürgerkrieg kämpfen. Obwohl auf die Männer
kein Verlass ist, scheint die Familie unter ihrem
Einfluss aufzublühen.
Die verwirrte Rose denkt zum ersten Mal ernsthaft
daran, einen Verehrer aus dem nahe gelegenen Dorf
Ballybeg zu heiraten; Agnes spricht davon wegzugehen;
die rustikale Maggie stellt immer öfter das
Radio an, um zu tanzen; Michael genießt die
Gesellschaft seines Vaters. Selbst die verbitterte,
bigotte Kate lässt sich gelegentlich von der
neu erwachten Lebenslust ihrer Schwestern mitreißen.
Aber das Schicksal meint es nicht gut mit den Mundys.
Als Kate ihre Stelle verliert und die Einkünfte
aus dem Strickwarengeschäft versiegen, sehen
die Frauen einer ungewissen Zukunft entgegen. Nach
einer aufregenden Nacht, in der sich die familiären
Konflikte zuspitzen, verschwinden Agnes und Rose.
Nichts wird mehr so sein, wie es war. Und der kleine
Michael wartet nur noch darauf, erwachsen zu werden.
"Ein Sommer und eine Nacht" erzählt
von der Magie des Augenblicks und vom Verlust desselben.
Von Träumen, die an der Realität des Alltags
viel zu oft ihre Grenzen finden, von familiären
Zwängen und Zwistigkeiten, aber auch von den
kleinen Momenten unbeschwerten Glücks und bedingungsloser
Solidarität. Der irische Starregisseur Pat
O'Connor hat Realismus und Mystik, Melancholie und
Komik zu einem glänzenden Beziehungsdrama verschmolzen.
"Ein Sommer und eine Nacht" ist zugleich
ein Triumph des Ensembles, allen voran Meryl Streep.
Sie, die zu den erfolgreichsten Schauspielerinnen
Hollywoods gehört, weil sie tragische und dramatische
Schicksale ebenso überzeugend darstellen kann
wie komische Rollen, feierte am 22.6.2009 ihren
60. Geburtstag.
In New Jersey geboren, studiert sie Theater am Vassar
College, geht mit 20 nach New York, macht eine Ausbildung
an der berühmten Yale School of Drama, die
sie 1975 abschließt. In ihrer ersten Theatersaison
wirkt sie gleich in sieben Stücken mit, 1976
erhält sie eine kleine Rolle in Fred Zinnemanns
"Julia". Eine erste Hauptrolle, für
die sie auch sofort mit einem Oscar nominiert wird,
erhält sie in Michel Ciminos Vietnam-Epos "Die
durch die Hölle gehen" 1978 an der Seite
von Robert De Niro.
Den Durchbruch schafft sie im selben Jahr in der
vieldiskutierten TV-Serie "Holocaust".
"Eindringlichkeit und Wandlungsfähigkeit
gelten seither als herausragende Merkmale von Streep",
konstatiert "Munzinger". Zahlreiche erfolgreiche
Filme folgen, u.a. Woody Allens "Manhattan"
(1979), "Kramer gegen Kramer" an der Seite
von Dustin Hoffman, eine tragende Nebenrolle, für
die Meryl Streep ihren ersten Oscar verliehen bekommt.
In den 80er-Jahren brilliert sie in Filmen wie "Die
Geliebte des französischen Leutnants"
(1980), "Sophies Entscheidung" (1982),
"Silkwood" (1983) und "Jenseits von
Afrika" (1986).
In den 90er-Jahren vergrößert sie die
Bandbreite ihrer Rollen, so spielt sie in Robert
Zemeckis Komödie "Der Tod steht ihr gut"
(1992), ihre erste Action-Rolle übernimmt sie
1994 in "Am wilden Fluss", 1995 folgt
das Melodram "Die Brücken am Fluss".
Zu ihren besten Filmen des letzten Jahrzehnts gehören
"The Hours" (2002), "Der Teufel trägt
Prada" (2006) und die Kinoadaption des ABBA-Musicals
"Mamma Mia!".
Meryl Streep, die oft zitiert wird mit den Worten:
"Ich bin eine Schauspielerin, die nach der
Arbeit nach Hause geht", so ist sie folgerichtig
auch nur mit ihrer Arbeit in der Öffentlichkeit
präsent. Sie gilt als die Schauspielerin mit
den meisten Auszeichnungen, darunter sind zwei Oscars
und fünfzehn Oscar-Nominierungen. "Die
Zeit" nannte die Schauspielerin 2003 eine "geradezu
zeitlose Hollywood-Erscheinung", eine "seltsame
Mischung aus Elan und Schüchternheit, Lebenshunger
und Verletzlichkeit".
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