Ein Sommer und eine Nacht

Spielfilm aus Irland, Großbritannien und den USA von 1997
Regie Pat O'Connor
Drehbuch Frank McGuinness, nach einem Theaterstück von Brian Friel
Musik Bill Whelan
Kamera Kenneth MacMillan
Darsteller Kate Mundy - Meryl Streep
Jack Mundy - Michael Gambon
Christina Mundy - Catherine McCormack
Margaret Mundy - Kathy Burke
Rose Mundy - Sophie Thompson
Agnes Mundy - Brid Brennan
Gerry Evans - Rhys Ifans
Michael Mundy, der Junge - Darrell Johnston
und andere

Der achtjährige Michael Mundy lebt als uneheliches Kind mit seiner Mutter Christina und ihren vier Schwestern auf einem ärmlichen kleinen Gehöft in der irischen Grafschaft Donegal. Der Sommer des Jahres 1936 ist eine Zeit des Umbruchs für die Familie, die sich mühsam mit dem Lehrerinnengehalt der Ältesten, Kate, und dem Verkauf selbst gestrickter Handschuhe über Wasser hält. Die Frauen, alle unverheiratet, freuen sich über die Rückkehr ihres Bruders Jack, den sie seit 25 Jahren nicht gesehen haben.

Aber das Leben als Priester in Uganda hat Jack erschöpft - eigentlich ist er nur zum Sterben nach Hause gekommen. Weiteren Zuwachs erhält die Wohngemeinschaft, als Michaels Vater Gerry sich vorübergehend auf dem Hof einnistet. Der charmante Herumtreiber will für die Internationale Brigade im Spanischen Bürgerkrieg kämpfen. Obwohl auf die Männer kein Verlass ist, scheint die Familie unter ihrem Einfluss aufzublühen.

Die verwirrte Rose denkt zum ersten Mal ernsthaft daran, einen Verehrer aus dem nahe gelegenen Dorf Ballybeg zu heiraten; Agnes spricht davon wegzugehen; die rustikale Maggie stellt immer öfter das Radio an, um zu tanzen; Michael genießt die Gesellschaft seines Vaters. Selbst die verbitterte, bigotte Kate lässt sich gelegentlich von der neu erwachten Lebenslust ihrer Schwestern mitreißen. Aber das Schicksal meint es nicht gut mit den Mundys.
Als Kate ihre Stelle verliert und die Einkünfte aus dem Strickwarengeschäft versiegen, sehen die Frauen einer ungewissen Zukunft entgegen. Nach einer aufregenden Nacht, in der sich die familiären Konflikte zuspitzen, verschwinden Agnes und Rose. Nichts wird mehr so sein, wie es war. Und der kleine Michael wartet nur noch darauf, erwachsen zu werden.

"Ein Sommer und eine Nacht" erzählt von der Magie des Augenblicks und vom Verlust desselben. Von Träumen, die an der Realität des Alltags viel zu oft ihre Grenzen finden, von familiären Zwängen und Zwistigkeiten, aber auch von den kleinen Momenten unbeschwerten Glücks und bedingungsloser Solidarität. Der irische Starregisseur Pat O'Connor hat Realismus und Mystik, Melancholie und Komik zu einem glänzenden Beziehungsdrama verschmolzen. "Ein Sommer und eine Nacht" ist zugleich ein Triumph des Ensembles, allen voran Meryl Streep. Sie, die zu den erfolgreichsten Schauspielerinnen Hollywoods gehört, weil sie tragische und dramatische Schicksale ebenso überzeugend darstellen kann wie komische Rollen, feierte am 22.6.2009 ihren 60. Geburtstag.

In New Jersey geboren, studiert sie Theater am Vassar College, geht mit 20 nach New York, macht eine Ausbildung an der berühmten Yale School of Drama, die sie 1975 abschließt. In ihrer ersten Theatersaison wirkt sie gleich in sieben Stücken mit, 1976 erhält sie eine kleine Rolle in Fred Zinnemanns "Julia". Eine erste Hauptrolle, für die sie auch sofort mit einem Oscar nominiert wird, erhält sie in Michel Ciminos Vietnam-Epos "Die durch die Hölle gehen" 1978 an der Seite von Robert De Niro.

Den Durchbruch schafft sie im selben Jahr in der vieldiskutierten TV-Serie "Holocaust". "Eindringlichkeit und Wandlungsfähigkeit gelten seither als herausragende Merkmale von Streep", konstatiert "Munzinger". Zahlreiche erfolgreiche Filme folgen, u.a. Woody Allens "Manhattan" (1979), "Kramer gegen Kramer" an der Seite von Dustin Hoffman, eine tragende Nebenrolle, für die Meryl Streep ihren ersten Oscar verliehen bekommt. In den 80er-Jahren brilliert sie in Filmen wie "Die Geliebte des französischen Leutnants" (1980), "Sophies Entscheidung" (1982), "Silkwood" (1983) und "Jenseits von Afrika" (1986).

In den 90er-Jahren vergrößert sie die Bandbreite ihrer Rollen, so spielt sie in Robert Zemeckis Komödie "Der Tod steht ihr gut" (1992), ihre erste Action-Rolle übernimmt sie 1994 in "Am wilden Fluss", 1995 folgt das Melodram "Die Brücken am Fluss". Zu ihren besten Filmen des letzten Jahrzehnts gehören "The Hours" (2002), "Der Teufel trägt Prada" (2006) und die Kinoadaption des ABBA-Musicals "Mamma Mia!".

Meryl Streep, die oft zitiert wird mit den Worten: "Ich bin eine Schauspielerin, die nach der Arbeit nach Hause geht", so ist sie folgerichtig auch nur mit ihrer Arbeit in der Öffentlichkeit präsent. Sie gilt als die Schauspielerin mit den meisten Auszeichnungen, darunter sind zwei Oscars und fünfzehn Oscar-Nominierungen. "Die Zeit" nannte die Schauspielerin 2003 eine "geradezu zeitlose Hollywood-Erscheinung", eine "seltsame Mischung aus Elan und Schüchternheit, Lebenshunger und Verletzlichkeit".
   

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