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In der Künstlerfamilie Piesold ist das Chaos
ausgebrochen, denn die Oma, bisher Kinderfrau und
Haushaltshilfe in einem, hat sich verheiratet und
ist ausgezogen. Baby Ann schreit, weil ihrem Vater
in der Küche der Spinat explodiert. Sohn Danny
galoppiert indianermäßig durch die Wohnung
und steckt heimlich seinen Teddy in die Waschmaschine.
Nichts scheint sich mehr an Ort und Stelle zu befinden.
Doch berufliche Verpflichtungen ermöglichen
es weder Gudrun Piesold noch ihrem Mann Günter,
für ihren Haushalt und die drei Kinder so viel
Zeit aufzubringen, wie es nötig wäre.
Also beschließen die singende Mama und der
schauspielernde Papa per Inserat wieder Ordnung
in ihr durcheinander geratenes Leben zu bringen.
Beide staunen nicht schlecht, als daraufhin ein
Mann vor der Tür steht. Ihr Staunen wird umso
größer, als sie feststellen müssen,
dass dieser Erwin Graffunda sein Handwerk perfekt
beherrscht. Doch "Der Mann, der nach der Oma
kam" weckt natürlich die Neugier der Nachbarn
und schon sind die schlimmsten Klatschgeschichten
im Umlauf. Auch Günter Piesold kommen angesichts
seiner heimlichen Beobachtungen Zweifel, ob nicht
doch vielleicht seine Gudrun des Rätsels Lösung
ist für alle ebenso überraschend wie schmerzlich
...
Nach der Erzählung von Renate Holland-Moritz
"Graffunda räumt auf" drehte Roland
Oehme 1971 diesen heiteren, aber auch nachdenkenswerten
Film, der zu einem der erfolgreichsten DEFA-Lustspielfilme
wurde. In den Hauptrollen sind der Filmkomiker Rolf
Herricht, die singende Schauspielerin Marita Böhme
und der als Hausmann überdurchschnittlich talentierte
Winfried Glatzeder zu sehen. Er feiert am 24.4.2010
seinen 65. Geburtstag. Fast 40 Jahre ist es her,
dass Glatzeder Graffunda spielte - als schlaksig-jungenhafte
Entdeckung jener Jahre. Der baumlange Wahlberliner
mit dem besonderen Kennzeichen der gebrochenen Nase,
das ihm auch den Spitznamen "der Belmondo des
Ostens" einbrachte, studierte bis 1969 Schauspiel
an der Hochschule für Film und Fernsehen in
Potsdam-Babelsberg. Danach spielte er zunächst
in Potsdam Theater, später bis 1978 an der
Volksbühne in Ostberlin. Als Graffunda wurde
er einem größeren Filmpublikum bekannt,
zum DDR-Star wurde er ein Jahr später als erfrischend-charmanter
Liebhaber neben Angelica Domröse in "Die
Legende von Paul und Paula". Circa
20 Kino- und Fernsehfilme hat er in der DDR gedreht,
1982 darf er nach mehreren Ausreiseanträgen
schließlich wegen eines Theaterengagements
in die Bundesrepublik übersiedeln. Wenig später
wird er ausgebürgert. Im Westen setzt er seine
Karriere nahtlos fort, u.a. in "Danger - Keine
Zeit zu sterben" (1984), "Vergesst Mozart"
(1984) und "Rosa Luxemburg" (1985). Später
wird er für ein Dutzend Folgen Tatort-Kommissar
Roiter, ist in zahlreichen Episodenrollen in Familien-
und Krimiserien präsent. Aber in erster Linie
bleibt er dem Theater treu, vor allem dem Theater
am Kurfürstendamm in Berlin oder dem Hans-Otto-Theater
in Potsdam, wo er in dem Stück "Filumena"
2007/08 wieder mit Angelica Domröse auf der
Bühne steht. Seine Autobiografie "Paul
und ich" stellt er 2008 vor.
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