Lola Montez

Deutsch-französischer Spielfilm von 1955
Regie Max Ophüls
Drehbuch Franz Geiger, Annette Wademant und Max Ophüls, nach dem Roman "La Vie Extraordinaire de Lola Montès" von Cécil Saint-Laurent
Musik Georges Auric
Kamera Christian Matras und Alain Douarinou
Darsteller Lola Montez - Martine Carol
Impresario - Peter Ustinov
Ludwig I. von Bayern - Adolf Wohlbrück
Kutscher Maurice - Henri Guisol
Student - Oskar Werner
Leutnant James - Ivan Desny
Franz Liszt - Will Quadflieg
Lolas Mutter - Lise Delamare
Zofe Josefine - Paulette Dubost
und andere

In einem riesigen Zirkuszelt kündigt der diabolische Impresario mit blumigen Worten die Sensation des Abends an: den Auftritt der legendären Tänzerin Lola Montez. In stilisierten Zirkusnummern wird nun den gierigen Zuschauern der Lebens- und Leidensweg der weltberühmten Frau erzählt.

Lola steht stillschweigend im Zentrum der Inszenierung und lässt jede Demütigung über sich ergehen. Als junge Frau sollte sie von ihrer selbstsüchtigen Mutter an einen alten reichen Mann verkuppelt werden. Doch bevor es dazu kommt, verfällt ihr Leutnant James, der junge Geliebte ihrer Mutter. Sie heiratet ihn, folgt ihm in seine schottische Heimat. Doch schon bald zerbricht die Ehe an der Trunksucht ihres launischen Mannes. Später hat sie eine Beziehung mit dem berühmten Komponisten Franz Liszt. Doch auch die hält nicht allzu lange.

Es folgen zahllose Affären mit ebenso wohlhabenden wie einflussreichen Männern. Aber mit den Liebschaften kommen auch die Skandale. Lola wird berühmt. In Bayern gelingt es ihr schließlich, die Aufmerksamkeit von König Ludwig I. auf sich zu lenken. Auch er verfällt der schönen, verführerischen Tänzerin. In Ludwigs Armen spürt Lola zum ersten Mal in ihrem Leben ein Gefühl echter Geborgenheit. Doch das Glück währt nicht lange - Lola wird von ihrer Vergangenheit eingeholt.

Entgegen dem Willen des aufgebrachten Volkes steht Ludwig zu seiner Geliebten - und provoziert damit eine Revolution. Völlig mittellos und auf sich allein gestellt, flieht Lola nach Amerika. Dort besinnt sie sich des alten Angebots, in einem Zirkus dem sensationslüsternen Publikum ihre Geschichte zu verkaufen. Und da steht sie nun: apathisch, krank und geschwächt - eine gebrochene Frau, die sich von gierigen Männern für einen Dollar die Hand küssen lässt.

Mit "Lola Montez" hat Max Ophüls ("Der Reigen") eines der großen Meisterwerke der Filmgeschichte geschaffen. Durch seine ausgeklügelte Farbdramaturgie und seine detailreichen Bildkompositionen gilt der Film unter zahlreichen Kinokennern und -machern, darunter Francois Truffaut, als bester CinemaScope-Filme aller Zeiten.

In der Titelrolle beeindruckt Martine Carol als eine Frau, der zwar sämtliche Männer zu Füßen liegen, der die wahre Erfüllung jedoch zeitlebens verwehrt blieb. Martine Carol, die ihre Laufbahn als Fotomodell begann, drehte 1940 den ersten ihrer über 40 Filme. Aber erst, als sich der Regisseur Christian-Jacque ihrer annahm, begann ihre große Karriere. In Filmen wie "Liebenswerte Frauen" (1952) konnte sie ihre "Schönheit ausstellen und bis an die Grenze des damals Erlaubten gehen" (Internationales Filmlexikon).

In den frühen Fünfzigerjahren ist sie Frankreichs Sexsymbol und die populärste Schauspielerin. Sie feiert Erfolge als "Lucrezia Borgia" (1953), "Madame Dubarry" (1954), "Nana" (1955) und "Natalie" (1959). Zwei ihrer schönsten Rollen spielt sie in René Clairs "Die Schönen der Nacht" (1952) und 1954 in Max Ophüls "Lola Montez". Mit dem Aufstieg von Brigitte Bardot zu Frankreichs neuem Sexidol beginnt ihr Ruhm zu verblassen. Sie stirbt, erst 44 Jahre alt, an einem Herzinfarkt. Am 16. Mai 2005 wäre sie 85 geworden.
   

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