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Deutschland in den Siebzigerjahren. Leopold Bluhm,
ein alternder Versicherungsvertreter, charmant,
eitel und berechnend, lotst den knabenhaft schüchternen
Franz in seine Wohnung. Eigentlich ist der 20-Jährige
fest liiert mit seiner Freundin Anna, die bereits
Familienpläne schmiedet. Doch dank Leopolds
routinierten Verführungskünsten erkennt
Franz, dass er Anna nicht liebt und Männer
viel aufregender findet. Es dauert nicht lange,
bis er mit dem väterlich auftretenden Leopold
im Bett landet und bei ihm einzieht. Doch kaum ein
halbes Jahr später dominiert der graue Beziehungsalltag.
Während Franz sich Mühe gibt, perfekt
den Haushalt zu führen, wird Leopold immer
mehr zum Haustyrannen. Leopold wird seines "Haussklaven"
überdrüssig.
Zermürbende Streitgespräche um Bagatellen
sind an der Tagesordnung. Während Leopolds
Abwesenheit kommt Anna zu Besuch und überredet
Franz, wieder zu ihr zurückzukommen. Doch kaum
macht die naive Blondine die Bekanntschaft Leopolds,
verfällt auch sie prompt seinem Charme. Als
überraschend noch Leopolds Exfreundin Vera
auftaucht, eine Transsexuelle, die sich wegen Leopold
zur Frau umoperieren ließ, lässt Leopold
zu einem deutschen Schlager buchstäblich die
Puppen tanzen. Für Franz spitzt der Psychokrieg
sich tragisch zu ...
"Tropfen auf heiße Steine" ist eine
brillante und intelligente Kinoadaption des gleichnamigen
Theaterstücks, das Rainer Werner Fassbinder
schon 1964 mit 19 Jahren verfasste. François
Ozons pointierte Regie spitzt das sadomasochistische
Psychodrama um Liebe, Hörigkeit, Unterdrückung
und Aufbegehren zur tragikomischen Groteske zu.
Mit sicherem Blick für zeitgeschichtliche Details
wie Kräuterlikör, Schlagermusik und Lederhosen
rekonstruiert Frankreichs Regiestar sorgfältig
eine kleinbürgerliche deutsche Wohnung der
frühen Siebzigerjahre. Zu dem hervorragenden
Darsteller-Quartett zählen der französische
Filmstar Bernard Giraudeau und die US-Independent-Ikone
Anna Thomson.
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