Gruppebild mit Dame

Deutsch-französischer Spielfilm von 1977
Regie Aleksandar Petrovic
Drehbuch Aleksandar Petrovic und Jürgen Kolbe
Musik Wolfgang Amadeus Mozart und Franz Schubert
Kamera Pierre-William Glenn
Darsteller Leni Gruyten - Romy Schneider
Boris Koltowski - Brad Dourif
Walter Pelzer - Michel Galabru
Erhard Schweigert - Vadim Glowna
Hubert Gruyten - Richard Münch
Schwester Klementine - Milena Dravic
Rahel - Eva Ras
Heinrich Gruyten - Vitus Zeplichal
Mehmed - Dragomir Bojanic
und andere

Deutschland 1941. Trotz aller Gefahren sucht die 18-jährige Unternehmertochter Leni Gruyten weiterhin den Kontakt zu ihrer jüdischstämmigen Lehrerin, der Nonne Rahel, die man hinter Klostermauern gefangen hält. Rahel wird beschuldigt, mit ihrer weltoffenen Art ihre Schülerinnen zu "verderben". Die Nonne ist der einzige Mensch, dem Leni sich anvertrauen und von der Liebe zu ihrem Cousin Erhard erzählen kann. Als Erhard zur Wehrmacht eingezogen wird, folgt die junge Frau ihm kurz entschlossen nach Dänemark. Aber auch dort ist den beiden nur eine kurze Zeit des gemeinsamen Glücks vergönnt - denn schon wenig später werden Erhard und Lenis Bruder Heinrich wegen Vaterlandsverrates erschossen.

Es ist nicht der letzte Schicksalsschlag in Lenis Leben: Ihre Mutter stirbt und ihr Vater wird wegen illegaler Bereicherung verhaftet und enteignet. Leni, der nur das elterliche Haus bleibt, nimmt einen Job als Hilfsarbeiterin in einer Friedhofsgärtnerei an.

Eines Tages verliebt sie sich in den russischen Kriegesgefangenen Boris - es wird die glücklichste Zeit ihres Lebens. Sie bekommt einen Sohn von Boris und beschafft ihm nach dem Krieg das Soldbuch eines deutschen Soldaten, damit er bei ihr bleiben kann - ohne Erfolg: Boris wird von der Militärpolizei verhaftet. Es ist das letzte Mal, dass Leni ihn lebend sieht.

20 Jahre später: Leni führt ein bescheidenes, aber glückliches Leben. Und noch immer ist sie eine Frau, die ihrem Gefühl und ihren ganz persönlichen Idealen folgt. Selbst als sie von den Medien als ehemaliges "Russenliebchen" und nun als "Türkenfreundin" in den Schmutz gezogen und von einem Spekulanten aus dem elterlichen Haus vertrieben wird, bleibt sie ihren Prinzipien treu: Ja, sie liebt den Türken Mehmed, von dem sie schwanger ist. Und sie wird ihn heiraten - ganz gleich, was "die Leute" sagen.

Basierend auf dem Roman des Nobelpreisträgers Heinrich Böll erzählt "Gruppenbild mit Dame" die bewegende Geschichte einer Frau, die gegen alle gesellschaftlichen Widerstände nach ihren persönlichen Idealen lebt. Das MDR FERNSEHEN zeigt das Drama zu Ehren von Heinrich Böll, einem der wichtigsten Vertreter der deutschen Nachkriegsliteratur sowie einem der meistgelesenen Autoren der Bundesrepublik Deutschland, dessen Geburtstag sich am 21. Dezember 2007 zum 90. Mal jährte.

Er starb am 16. Juli 1985. Der Roman "Gruppenbild mit Dame" erschien 1971. Böll selbst sagte zu seinem Buch: "Ich habe versucht, das Schicksal einer deutschen Frau von etwa Ende Vierzig zu beschreiben oder zu schreiben, die die ganze Last dieser Geschichte zwischen 1922 und 1970 mit und auf sich genommen hat". Als der jugoslawische Regisseur Petrovic den Roman 1977 verfilmte, war Böll anfangs sehr skeptisch, was die Besetzung mit Romy Schneider anbelangte, da er sie immer noch mit der Sissy-Rolle assoziierte. Sie wiederum beklagte sich später, dass er sich nach einer anfänglichen Mitarbeit am Drehbuch nicht mehr um das Projekt kümmerte. Romy Schneider erhielt für ihre Rolle der Leni Gruyten 1977 das Filmband in Gold in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin.
   

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