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Gottfried Kolditz, der Abenteuer- und Indianerfilmspezialist
der DEFA, hatte das Drehbuch zu "Der Scout"
gezielt dafür geschrieben, um die riesigen
Wildpferdherden der Mongolei als Hintergrund zu
nutzen. Er kannte das weite Land von den Dreharbeiten
zu seinem Märchenfilm "Die goldene Jurte".
Leider war es Kolditz nicht vergönnt, den Film
auch zu inszenieren, er verstarb während der
Vorbereitungen.
So übernahm Konrad Petzold, der andere Indianerfilmexperte
der DEFA, nur zehn Tage vor Drehbeginn die Regie.
Trotz dieser besonderen Umstände entstand ein
"solide entwickelter aktionsreicher Indianerfilm,
der neben großartigen Landschaftsaufnahmen
und beeindruckenden Dressurleistungen auch mit sehr
guten Schauspielerleistungen aufwartet" (Lexikon
des Internationalen Films).
Zu den Schauspielern gehören neben "Chefindianer"
Gojko Mitic u.a. Jürgen Heinrich, Klaus Manchen
und Giso Weißbach. Gojko Mitic erinnert sich
an den Dreh: "Es gab zwei große Herden,
in manchen Einstellungen über tausend Pferde.
Außerdem waren es wilde, noch nicht gerittene
Pferde, fast echte Mustangs, keine leichte Aufgabe,
die zu bändigen. Ich hatte ein paar prekäre
Situationen bei Aufnahmen inmitten der Herde und
wurde von den wild gewordenen Tieren fast niedergetrampelt.
Was die Landschaft anbelangt, die ist einmalig,
diese Weite, diese Ebenen. Ich war ganz begeistert."
1877, westlich der Rocky Mountains. Eine Kavallerieabteilung
unter Colonel Howard beschlagnahmt die Pferdeherde
der Nez-Percés-Indianer, um die Flucht nach
Kanada zu verhindern, die einzige Möglichkeit
des Stammes, einem allmählichen Untergang in
der Reservation zu entgehen. Der Unterhäuptling
Weiße Feder übernimmt den unlösbar
scheinenden Auftrag, die Herde zum Stamm zurückzuführen.
Unlösbar vor allem deshalb, weil jeder Versuch,
das Eigentum mit Waffengewalt zurückzugewinnen,
als Vorwand für die sofortige Vernichtung des
Stammes dienen würde.
Die Chancen des Unterhäuptlings steigen, als
der ehrgeizige Howard das riskante Unternehmen wagt,
die Herde unter der Obhut von nur sieben Leuten
zurückzulassen, um mit seiner Hauptmacht die
Cayuse, einen benachbarten Stamm, zu überfallen.
Weiße Feder gelingt es, sich von der kleinen
Bewachungsmannschaft als Scout verpflichten zu lassen.
Seine Fähigkeit, die Herde leiten zu können,
macht ihn sofort unentbehrlich für die Amerikaner
und verschafft ihm auch einen gewissen Spielraum,
um die Möglichkeiten für sein Vorhaben
zu erkunden.
Er versucht zuerst einmal, durch Umwege Zeit zu
gewinnen, in der Hoffnung, eine Erfolg versprechende
Taktik zu finden. Schon am ersten Tag entdeckt er
Spannungen in der Gruppe, die nützlich für
ihn werden könnten. Eine wirklich aussichtsreiche
Grundlage erhalten seine Aktivitäten aber erst,
als er von Spähern der Cayuse erfährt,
dass Fort Lapwai, das Ziel der Amerikaner, zerstört
und Howards Abteilung in arge Bedrängnis geraten
ist.
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