Osceola

Spielfilm aus der DDR, Bulgarien und Kuba von 1971
Regie Konrad Petzold
Drehbuch Günter Karl und Walter Püschel
Musik Wilhelm Neef
Kamera Hans Heinrich
Darsteller Osceola - Gojko Mitic
William S. Raynes - Horst Schulze
Richard Moore - Jurie Darie
Gladis Raynes - Karin Ugowski
Zilla Raynes - Kati Bus
Rhea - Pepa Nikolova
Che-Cho-Ter - Iskra Radewa
Benjamin - Aubrey Pankey
Robin, Sklave - William Aniche
Black Panther - Boubacar Touré
und andere

Florida am Swanee-River, Anfang der Dreißigerjahre des 19. Jahrhunderts. Farmer William S. Raynes ist ein skrupelloser Sklavenhalter, der nur die Mehrung seines Reichtums und seine Macht im Auge hat. Tochter Gladis steht ihm in seiner Menschenverachtung - Schwarze und Rote sind für ihn keine Menschen - in nichts nach. Aufgrund ihrer unwahren Beschuldigungen werden die beiden Sklaven Robin und Joshua von Raynes Aufseher Hammer brutal ausgepeitscht. Die beiden versuchen mit einem Boot über die wegen der vielen Alligatoren und Krokodile gefährlichen Everglades zum Indianerstamm der Seminolen zu fliehen - wie viele ihrer Leidensgenossen vor ihnen. Den beiden gelingt nur deshalb die Flucht, weil der nordamerikanische Sägewerksbesitzer Richard Moore Hammer und seinen Männern verbietet, auf seinem Grund und Boden auf Menschen zu schießen und Häuptling Osceola sie vor den Reptilien rettet.

Robin erreicht das sichere Gebiet, sein Freund Joshua aber erliegt den Schussverletzungen. Die Seminolen sind bekannt als friedliebende, fleißige Ackerbauern und Viehzüchter, viele ehemalige Sklaven sind als "schwarze Seminolen" integriert. Doch nun verlangt die Regierung auf Drängen mächtiger Südstaatler wie Raynes ihre Umsiedlung nach Arkansas. Die Farmer brauchen das Indianerland, um ihre Baumwoll- und Zuckerrohrplantagen ausweiten zu können. Moore, mit der Seminolin Rhea verheiratet, wird wegen seiner Haltung den Indianern und Sklaven gegenüber von Raynes und Konsorten geächtet und schikaniert. Um im Land seiner Väter bleiben zu können und wenn nötig dafür zu kämpfen, bittet Osceola Moore, ihm Waffen zu besorgen. Inzwischen ist im Auftrag der Regierung der Agent Thompson an den Swanee gekommen, um den Seminolen mit Bestechungen und Versprechen ihre Umsiedlung schmackhaft zu machen und - wenn nötig - einen Keil zwischen die Häuptlinge zu treiben. Erschwerend für das Regierungsvorhaben erweist sich Raynes Bedingung auf Rückgabe der "schwarzen Seminolen" als sein Eigentum.

Osceola durchschaut Thompsons Strategie und Raynes hinterlistige Pläne. Er entlarvt Häuptling Emathla als Verräter und erschießt ihn in Notwehr. Viele andere kommen in Hammers Hinterhalt ums Leben. Raynes indes lässt nicht locker, um sein Ziel zu erreichen. Er lässt Osceolas Frau Che-Cho-Ter als angebliche ehemalige Sklavin in sein Haus entführen, um so Osceola in die Hände zu bekommen. Ohne ihn nämlich wäre die Umsiedlung leichtes Spiel. Tatsächlich dringt Osceola während eines Festes in Raynes Haus ein und befreit Che-Cho-Ter. Dabei kommt es zu einem Kampf mit Hammer, der stürzend mit einem brennenden Leuchter das Herrenhaus in Brand setzt. Das ist der Auftakt des Seminolenkrieges ...

"Osceola", sechster Indianerfilm der DEFA, greift auf authentische Ereignisse und eine authentische indianische Führerfigur zurück. Der Seminolenkrieg, ausgebrochen am 28. Dezember 1835, dauerte sieben Jahre. Osceola war ein Meister der Taktik und wurde nur durch den Wortbruch eines Generals im Waffenstillstand überwältigt. Er starb im Gefängnis von Fort Maultrie. Drehorte des spannungs- und actionreichen Films sind u.a. Kuba und Bulgarien. Der vierte und letzte Film der kleinen Hommage an Gojko Mitic, der am 16.Juni seinen 65. Geburtstag feierte, gehört zu den besten Indianerfilmen der DEFA. "Zum ersten Male werden konsequent und erkennbar bewusst alle Register gezogen, um Spannung zu erzeugen. Dieser Osceola (Gojko Mitic) darf wirklich fast alle nur möglichen Bravourstücke zeigen, darf selbstverständlich reiten, darf schießen, aber darf auch Kanonen bestücken, Raddampfer attackieren und schwimmend mit Alligatoren kämpfen" (Günter Sobe). Im Übrigen ist es der einzige Indianerfilm, bei dem Gojko Mitic auf eine Perücke verzichtete.
   

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