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Florida am Swanee-River, Anfang der Dreißigerjahre
des 19. Jahrhunderts. Farmer William S. Raynes ist
ein skrupelloser Sklavenhalter, der nur die Mehrung
seines Reichtums und seine Macht im Auge hat. Tochter
Gladis steht ihm in seiner Menschenverachtung -
Schwarze und Rote sind für ihn keine Menschen
- in nichts nach. Aufgrund ihrer unwahren Beschuldigungen
werden die beiden Sklaven Robin und Joshua von Raynes
Aufseher Hammer brutal ausgepeitscht. Die beiden
versuchen mit einem Boot über die wegen der
vielen Alligatoren und Krokodile gefährlichen
Everglades zum Indianerstamm der Seminolen zu fliehen
- wie viele ihrer Leidensgenossen vor ihnen. Den
beiden gelingt nur deshalb die Flucht, weil der
nordamerikanische Sägewerksbesitzer Richard
Moore Hammer und seinen Männern verbietet,
auf seinem Grund und Boden auf Menschen zu schießen
und Häuptling Osceola sie vor den Reptilien
rettet.
Robin erreicht das sichere Gebiet, sein Freund Joshua
aber erliegt den Schussverletzungen. Die Seminolen
sind bekannt als friedliebende, fleißige Ackerbauern
und Viehzüchter, viele ehemalige Sklaven sind
als "schwarze Seminolen" integriert. Doch
nun verlangt die Regierung auf Drängen mächtiger
Südstaatler wie Raynes ihre Umsiedlung nach
Arkansas. Die Farmer brauchen das Indianerland,
um ihre Baumwoll- und Zuckerrohrplantagen ausweiten
zu können. Moore, mit der Seminolin Rhea verheiratet,
wird wegen seiner Haltung den Indianern und Sklaven
gegenüber von Raynes und Konsorten geächtet
und schikaniert. Um im Land seiner Väter bleiben
zu können und wenn nötig dafür zu
kämpfen, bittet Osceola Moore, ihm Waffen zu
besorgen. Inzwischen ist im Auftrag der Regierung
der Agent Thompson an den Swanee gekommen, um den
Seminolen mit Bestechungen und Versprechen ihre
Umsiedlung schmackhaft zu machen und - wenn nötig
- einen Keil zwischen die Häuptlinge zu treiben.
Erschwerend für das Regierungsvorhaben erweist
sich Raynes Bedingung auf Rückgabe der "schwarzen
Seminolen" als sein Eigentum.
Osceola durchschaut Thompsons Strategie und Raynes
hinterlistige Pläne. Er entlarvt Häuptling
Emathla als Verräter und erschießt ihn
in Notwehr. Viele andere kommen in Hammers Hinterhalt
ums Leben. Raynes indes lässt nicht locker,
um sein Ziel zu erreichen. Er lässt Osceolas
Frau Che-Cho-Ter als angebliche ehemalige Sklavin
in sein Haus entführen, um so Osceola in die
Hände zu bekommen. Ohne ihn nämlich wäre
die Umsiedlung leichtes Spiel. Tatsächlich
dringt Osceola während eines Festes in Raynes
Haus ein und befreit Che-Cho-Ter. Dabei kommt es
zu einem Kampf mit Hammer, der stürzend mit
einem brennenden Leuchter das Herrenhaus in Brand
setzt. Das ist der Auftakt des Seminolenkrieges
...
"Osceola", sechster Indianerfilm der DEFA,
greift auf authentische Ereignisse und eine authentische
indianische Führerfigur zurück. Der Seminolenkrieg,
ausgebrochen am 28. Dezember 1835, dauerte sieben
Jahre. Osceola war ein Meister der Taktik und wurde
nur durch den Wortbruch eines Generals im Waffenstillstand
überwältigt. Er starb im Gefängnis
von Fort Maultrie. Drehorte des spannungs- und actionreichen
Films sind u.a. Kuba und Bulgarien. Der vierte und
letzte Film der kleinen Hommage an Gojko Mitic,
der am 16.Juni seinen 65. Geburtstag feierte,
gehört zu den besten Indianerfilmen der DEFA.
"Zum ersten Male werden konsequent und erkennbar
bewusst alle Register gezogen, um Spannung zu erzeugen.
Dieser Osceola (Gojko Mitic) darf wirklich fast
alle nur möglichen Bravourstücke zeigen,
darf selbstverständlich reiten, darf schießen,
aber darf auch Kanonen bestücken, Raddampfer
attackieren und schwimmend mit Alligatoren kämpfen"
(Günter Sobe). Im Übrigen ist es der einzige
Indianerfilm, bei dem Gojko Mitic auf eine Perücke
verzichtete.
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