Der Panther II - Eiskalt wie Feuer

Spielfilm Frankreich 1988
Regie José Pinheiro
Drehbuch José Pinheiro, Frédéric Fajardie und Alain Delon, nach dem Roman "Clause de style" von Frédéric Fajardie
Musik Pino Marchese
Kamera Raoul Coutard
Darsteller Kommissar Eugéne Grindel - Alain Delon
Kommissar Roger Scatti - Michel Serrault
Inspektor Pèret - Patrick Catalifo
Inspektor Lutz - Xavier Deluc
Corinne - Consuelo De Haviland
Polizeichef Cazalieres - Raymond Gérôme
Le Stéphanois - Serge Reggiani
Stoedler - Féodor Atkine
Jennifer - Roxan Gould
Spiero - Stéphane Jobert
und andere

Der altgediente Kommissar Roger Scatti kann nicht mehr mit ansehen, wie die saturierten Pariser Unterwelt-Bosse ihm auf der Nase herumtanzen. Scatti beschließt, das Gesetz selbst in die Hand zu nehmen, und gründet die militante Geheimloge "Vereinigung republikanischer Polizisten". Mit diesem Sammelbecken rechtsgerichteter Gesetzeshüter trifft Scatti den Nerv der Zeit. Viele von der Bürokratie frustrierte Beamte warten nur auf den Befehl zum "großen Reinemachen". In einer blutigen Nacht-und-Nebel-Aktion exekutieren Scattis Männer die seit Jahren bekannten Schlüsselfiguren des organisierten Verbrechens, des Drogenhandels und des illegalen Glücksspiels. Polizeichef Cazalieres beauftragt den integeren, aber eigenwilligen Kommissar Eugene Grindel mit den heiklen Ermittlungen in eigener Sache. Zu seinen Assistenten zählen der einarmige Inspektor Pèret sowie Inspektor Lutz, ein junger Heißsporn, der auf eine kurze und steile Karriere zurückblickt. Trotz seiner langjährigen Erfahrung kommt Grindel mit seinen Ermittlungen keinen Schritt voran. Jeder V-Mann, den er kontaktiert, wird unmittelbar darauf erschossen. Grindel beginnt zu erkennen, dass der gesamte Polizeiapparat unterwandert ist. Die Spur führt zu Scatti, sogar Grindels Assistent Lutz gehört zu dessen paramilitärischer Organisation. Als Grindel dank seines speziellen Charmes von der Chefsekretärin Corinne erfährt, dass sogar der Polizeichef Cazalieres mit Scatti unter einer Decke steckt, stellt er den Verschwörern eine Falle.

Mit dem spannenden Actionfilm "Der Panther II - Eiskalt wie Feuer" knüpft Alain Delon als Produzent und Hauptdarsteller an den Erfolg von "Der Panther" von 1985 an. Als Mitautor des Buches griff der charismatische Akteur ein in Frankreich aktuelles Thema auf, wo die Rechtsradikalen um Le Pen beunruhigende Stimmenzuwächse erzielten und auch den Polizeiapparat unterwanderten. Bei den Dreharbeiten verletzte sich der Star an der Achillessehne, spielte jedoch humpelnd weiter, was nicht sonderlich störte, da er auch laut Skript einen Beinschuss abbekommt. Alain Delon feierte am 8. November 2010 seinen 75. Geburtstag.

Alain Delon wurde nach einer wildbewegten Jugend und nach einem freiwilligen Einsatz als Fallschirmspringer im Indochinakrieg von der Schauspielerin Brigitte Auber entdeckt. Sie nahm ihn 1957 mit nach Cannes, wo ihm der amerikanische Talentesucher Harry Wilson einen siebenjährigen Hollywoodvertrag anbot. Doch der französische Regisseur Yves Allegret überredete ihn, in seinem Film "Killer lassen bitten" mitzuspielen. Dank seines guten Aussehens und seines Charismas wurde Delon schnell bekannt. Nach "Nur die Sonne war Zeuge" (1959) machte er in zwei Visconti-Filmen, "Rocco und seine Brüder" (1960) und "Der Leopard" (1962), international auf sich aufmerksam. Das deutsche Publikum sah ihn zum ersten Mal in der Schnitzler-Verfilmung "Christine" (1958, deutscher Titel "Liebelei"), hier ist Romy Schneider seine Partnerin, mit der er fünf Jahre verlobt war. In den Jahren 1963-1966 agierte Delon eher unglücklich, er spielte in Mantel-und-Degen-Filmen und belanglosen amerikanischen und englischen Produktionen. Das änderte sich wieder mit Jean-Pierre Melvilles "Der eiskalte Engel" (1967), die Rolle des Berufskillers Jeff Costello wurde ihm auf den Leib geschrieben und verschaffte ihm Kultstatus. Zugleich aber legte sie ihn auf den Gangstertyp fest, dem er nicht so leicht entkam. Zu den herausragenden Filmen, die er danach drehte, gehören "Der Swimmingpool" (1968), "Borsalino" (1969) und "Der Chef" (1972). Aber nicht nur seine Filme erregten Aufsehen, er kam auch privat in die Schlagzeilen, u.a. durch den mysteriösen Tod seines Leibwächters 1966. Die Untersuchungen ergaben, dass Delon Kontakt zur Marseiller Unterwelt hatte.

"Erstaunlicherweise schadete diese Affäre seinem Image nicht - im Gegenteil, sie festigte den Eindruck des unnahbaren, geheimnisvollen und kaltblütigen Superstars, der sich neben Belmondo zur führenden Leinwandpersönlichkeit Frankreichs entwickelt hatte", urteilt das Cinema-Starlexikon. In den 1980er-Jahren führte Delon selbst Regie und spielte in diversen Actionfilmen. Zu den künstlerisch anspruchsvollen Filmen in seinem späteren Schaffen gehörten Volker Schlöndorffs "Eine Liebe von Swann" (1983) und "Nouvelle vague" (1989) von Jean-Luc Godard.
   

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