Was?

Deutsch-italienisch-französischer Spielfilm von 1972
Regie Roman Polanski
Drehbuch Gérard Brach und Roman Polanski
Musik Claudio Gizzi
Kamera Marcello Gatti und Giuseppe Ruzzolini
Darsteller Alex - Marcello Mastroianni
Nancy - Sydne Rome
Giovanni - Romolo Valli
Joseph Noblart - Hugh Griffith
Moskito - Roman Polanski
Catone - Henning Schlüter
Priester - Guido Alberti
Jimmy - Roger Middleton
Tony - Gianfranco Piacentini
1. Villengast im Anzug - Dieter Hallervorden
u. a.

Die junge Amerikanerin Nancy entkommt mit knapper Not einigen lüsternen Papagalli, die es auf sie abgesehen haben. Sie flüchtet sich in die Luxusvilla des reichen Monsieur Noblart. Bei dem senilen Greis haben sich lauter seltsame Nichtstuer eingenistet, die ihren Gelüsten frönen. Die Männer huldigen vor allem dem Sex, so auch Alex, der Neffe des Hausherrn. Angeblich ist er nicht ganz richtig im Kopf; er zertritt mit Wonne Pingpongbälle und gerät amourös erst in Schwung, wenn er sich ein Tigerfell überstülpt. Der kleine Giftzwerg Moskito wiederum hat es mehr auf Fische abgesehen, denen er mit seiner Harpune nachstellt. Im Verlauf ihrer pikanten Abenteuer in dieser bizarren Gesellschaft verliert Nancy ihre ohnehin spärliche Bekleidung und muss sich in Monsieur Noblarts Pyjamajacke hüllen. Für Monsieur knöpft sie diese wieder auf, denn auf dem Sterbebett interessiert den Todeskandidaten statt der Kunst nur noch das pralle Leben. Kaum ist er abgetreten, heißt es auch für die naive Schöne, schleunigst das Weite zu suchen.

Polanskis verrückte Komödie changiert amüsant zwischen gekonntem Nonsens und tieferer Bedeutung, die der Zuschauer nach Belieben in dieses Panoptikum hineindenken kann. Der namhafte Regisseur bewegt sich hier stilistisch auf den Bahnen seines sechs Jahre zuvor entstandenen Films "Wenn Katelbach kommt...", er erfreut Cineasten mit Zitaten und Selbstzitaten und Normalverbraucher üppiger Kinokost mit einer freigiebig enthüllten Hauptdarstellerin; "Was?" ist schließlich auch eine Parodie auf die damalige Sex-Welle. Zum männlichen Star Marcello Mastroianni gesellte er mit Sydne Rome eine bis dahin ziemlich unbekannte Darstellerin, die als naive Schöne - sie bewegt sich durch das verrückte Treiben wie Alice in einem neuen Wunderland - schauspielerisch durchaus mehr zu bieten hat als ihre körperlichen Reize. Das Ambiente kann sich ebenfalls sehen lassen: gedreht wurde in der luxuriösen Villa des Produzenten Carlo Ponti.
   

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