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Grant und Fiona sind 44 Jahre verheiratet. Die Seitensprünge
mit seinen jungen Studentinnen hat Fiona dem früheren
Uniprofessor inzwischen verziehen. Seit seiner Emeritierung
lebt das kultivierte Paar harmonisch in einem idyllischen
Haus am See. Mit stummem Amüsement beobachtet
Grant, wie die vergessliche Fiona nonchalant die
Bratpfanne in den Eisschrank räumt und sich
mit Notizzetteln über den Alltag hilft. Doch
als sie nach einem Ausflug im Schnee völlig
die Orientierung verliert, diagnostiziert der Arzt
rasch zunehmende Demenz. Bevor die Lebensumstände
daheim unerträglich werden, weist Fiona sich
gegen den Willen ihres Mannes selbst in ein Pflegeheim
ein. Gemäß den Regeln der Institution
darf Grant seine Frau einen Monat lang nicht besuchen.
Ein schwerer Schritt für das Paar, das nie
länger als einen Tag voneinander getrennt war.
Als Grant seine Frau endlich wiedersieht, scheint
sie sich nicht mehr an ihn zu erinnern. Schlimmer
noch: Sie konzentriert ihre ganze Zuneigung auf
den demenzkranken Aubrey. Dennoch besucht Grant
seine Frau täglich und wird so zum fassungslosen
Zaungast ihrer neuen Liebe. Doch als Aubrey von
seiner Ehefrau Marian aus dem Pflegeheim geholt
wird, stürzt Fiona in eine lebensbedrohliche
Depression. Grant nimmt mit der handfesten Marian
Kontakt auf.
Durch ihre komplexen Frauenrollen in den Melodramen
"Das süße Jenseits" von Atom
Egoyan und "Mein Leben ohne mich" von
Isabel Coixet avancierte Sarah Polley zum stillen
Star des Arthouse-Kinos. Nicht minder brillant ist
das Regiedebüt der Kanadierin, die eine Kurzgeschichte
von Alice Munro über eine Ehe und Liebe, in
die Alzheimer einbricht, verfilmte. Feinfühlig
umschifft sie Peinlichkeiten und auch Rührseligkeiten
der Darstellung von Alter und Verfall, Liebe und
Sex. Der 76-jährige Gordon Pinsent verkörpert
den Ehemann und dessen Reaktionen auf die Veränderung
der geliebten Frau ebenso zurückhaltend wie
herzzerreißend. Vor allem aber ist der Film
eine Hommage an die britische Filmschönheit
und Oscar-Preisträgerin Julie Christie, die
als Fiona noch im Status der Auflösung Würde,
Kraft und Sinnlichkeit ausstrahlt.
Julie Christie feiert am 14. April 2011 ihren 70.
Geburtstag. Die als Tochter eines Teeplantagenbetreibers
im indischen Chabua geborene Schauspielerin ist
das It-Girl der Swinging Sixties. Bereits für
ihre erste große Filmrolle in "Darling"
von John Schlesinger gewinnt sie 1965 ihren ersten
Oscar und wird über Nacht in den Filmhimmel
katapultiert. Im selben Jahr spielt sie die Lara
in David Leans Verfilmung von "Doktor Schiwago",
eine Rolle, die sie zunächst ausgeschlagen
hatte. Die schöne Blonde gilt zu jener Zeit
als der Typus der emanzipierten und selbstbewussten
jungen Frau, und sie lässt sich nicht vom Filmgeschäft
vereinnahmen, sondern wählt schon damals ihre
Rollen sehr gezielt aus. Zu ihren großen Filmen
zählen Francois Truffauts "Fahrenheit
451" (1966), Robert Altmans "McCabe und
Mrs. Miller" (1971), Nicolas Roegs "Wenn
die Gondeln Trauer tragen" (1973). In jener
Zeit ist sie mit Warren Beatty liiert, mit dem sie
in mehreren Filmen gemeinsam auftritt.
Nach dem Erfolg von "Der Himmel soll warten"
(1978) wird es ruhiger um Julie Christie, sie wirkt
vor allem in amerikanischen Außenseiter-Produktionen
mit und lehnt Rollen ab, für die andere Schauspielerinnen
den Oscar bekommen. Erst in den 1990er Jahren kehrt
sie wieder zurück, u.a. ist sie in "Dragonheart"
(1996) und "Hamlet" (1996) zu sehen und
bekommt für "Liebesflüstern"
(1997) ihre dritte Oscar-Nominierung. Nach einigen
weiteren Produktionen spielt sie 2004 gleich in
drei Blockbustern mit, u.a. in "Troja"
und "Harry Potter und der Gefangene von Askaban".
2007 erhält sie für "An ihrer Seite"
eine Oscar-Nominierung. 2010 ist sie im Episodenfilm
"New York, I Love You" zu sehen.
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