Die große Verführung

Kanadischer Spielfilm von 2003
Regie Jean-François Pouliot
Drehbuch Ken Scott
Musik Jean-Marie Benoît
Kamera Allen Smith
Darsteller Bürgermeister Germain Lesage - Raymond Bouchard
Dr. Christopher Lewis - David Boutin
Henri Giroux - Benoît Brière
Yvon Brunet - Pierre Collin
Hélène Lesage - Rita Lafontaine
Clothilde Brunet - Clémence DesRochers
Eve Beauchemin - Lucie Laurier
Steve Laurin - Bruno Blanchet
M. Dupré - Donald Pilon
Réal Fournier - Jean-Pierre Gonthier -
und andere

Seit die Fischgründe erschöpft sind, lebt St. Marie-La-Mauderne, eine vom Rest der Welt abgeschnittene Dorfgemeinschaft von 125 Seelen, nur noch von der Sozialhilfe. Die Fischer, die täglich 14 Stunden ihrer harten Arbeit nachgingen und dabei zufrieden und stolz waren, drehen jetzt nur Däumchen. Der Ort droht in eine allgemeine Depression zu verfallen. Doch jetzt will der Unternehmer Dupré eine neue Fabrik in der Enklave ansiedeln. Aber bevor das geschieht, sind noch einige bürokratische Hürden zu nehmen. Vor allem müsste ein Arzt her.

Der erste Versuch des zu allem bereiten und fähigen Bürgermeisters Germain Lesage, ein Rundbrief an alle Ärzte von Quebec, bleibt unerwidert. Niemand will sich in das verlassene Kaff locken lassen. Dann aber wird einer der angeschriebenen Ärzte, der Schönheitschirurg Dr. Christopher Lewis, mit erhöhter Geschwindigkeit gestoppt - und ein Tütchen weißen Pulvers hat er auch dabei. Ausgerechnet der Polizist Réal Fournier erwischt ihn. Er war Bürgermeister auf der Insel und zog mit Frau und Tochter aufs Festland, um seiner Arbeitslosigkeit ein Ende zu machen. Immer noch Inselpatriot hat er für den Arzt ein anderes "Angebot" als eine Strafanzeige.

Auf diese hinterlistige Art und Weise haben die Dörfler einen Monat lang Zeit, den illegal geköderten Arzt davon zu überzeugen, dass ihr Dorf auch für ihn der schönste Ort auf Erden und vor allem der ideale Arbeitsplatz ist. Unter der Führung des rührigen Bürgermeisters verwandeln sich die Dörfler in Werbeagenten in eigener Sache. Alles, aber auch alles, wird getan, um dem Arzt entgegenzukommen.

Um seine Wünsche und Neigungen herauszufinden, installiert man nicht nur eine Abhöranlage, sondern liest ihm förmlich alles von den Lippen ab. Kaum hat er seine Begeisterung für Kricket geäußert, verwandelt sich das Dorf in eine begeisterte Kricketmannschaft. Alles, was den jungen Arzt bewegt, seine Lieblingsspeisen, sein Musikgeschmack, auch sein persönliches Schicksal, ein vaterloser Halbwaise zu sein, wird zu Werbemunition.
Mit seinem Debütfilm feierte der renommierte frankokanadische Werbefilmer und Kameramann Jean-François Pouliot, 1957 in Montreal geboren, einen Sensationserfolg.

"Die große Verführung", eine Komödie vor dem Hintergrund sozialer Probleme und Massenarbeitslosigkeit, brach an den kanadischen Kinokassen alle Rekorde und verwies wochenlang US-Blockbuster auf die Plätze. "Man kommt leicht hin: Geh bis ans Ende der Welt, dann nach rechts und noch ein Stück weiter, dann triffst du auf eine alte Boje, auf der steht St. Marie-La-Mauderne", so beschreibt der Regisseur den Ort seines Films.

"Arm und schlicht sind sie und haben keine Ahnung vom fiebrigen Tempo unserer Städte, aber wie sie um ihre Würde ringen, zeugt von mehr Kraft und Lebenslust, als du und ich je kennen werden", schildert er die Dorfbewohner des realen St. Marie-La-Mauderne - des Städtchens Harrington Harbour. Zu den zahlreichen Auszeichnungen des Films gehören drei Publikumspreise für Pouliot beim Atlantik-Film-Festival, beim Festival von Montreal und auf dem Festival von Sundance.
   

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