Der menschliche Faktor

Spielfilm Großbritannien 1979
Regie Otto Preminger
Drehbuch Tom Stoppard, nach dem gleichnamigen Roman von Graham Greene
Musik Richard Logan und Gary Logan
Kamera Mike Molloy
Darsteller Maurice Castle - Nicol Williamson
Colonel John Daintry - Richard Attenborough
Sarah Castle - Iman
Dr. Parcival - Robert Morley
Arthur Davis - Derek Jacobi
Brigadier Tomlinson - John Gielgud
Cornelius Muller - Joop Doderer
Castles Mutter - Ann Todd
Sir John Hargreaves - Richard Vernon
Lady Mary Hargreaves - Angela Thorne
und andere

Castle lebt glücklich mit seiner Familie auf dem Land. Er und sein befreundeter Kollege Arthur Davis, ein unglücklich verliebter Junggeselle, arbeiten in der Sicherheitsabteilung des britischen Außenministeriums. Eines Tages wird Davis von seinen drei Vorgesetzten, Dr. Parcival, Sir John Hargreaves und Colonel Daintry, der Spionage verdächtigt. In Wirklichkeit hat jedoch Castle sieben Jahre lang als Doppelagent den sowjetischen Geheimdienst mit Informationen beliefert. Dies tat er aus Dankbarkeit gegenüber dem kommunistischen Agenten Conelly, der ihm bei der Visumbeschaffung für seine Frau Sarah, einer schwarzen Südafrikanerin, geholfen hat. Trotz Daintrys Einwänden veranlassen Parcival und Hargreaves Davis' Eliminierung. Währenddessen wird Castle damit beauftragt, mit der südafrikanischen Geheimpolizei zusammenzuarbeiten. Als er erfährt, dass auch Conelly tot ist, beschließt er, nicht weiter für den sowjetischen Geheimdienst zu spionieren. Doch als er von einem westlichen Geheimplan erfährt, fühlt er sich moralisch verpflichtet, ein letztes Mal dem sowjetischen Geheimdienst Informationen zu liefern. Daintry, der Castle sympathisch findet, muss erkennen, dass er ihm irrtümlich vertraut hat und dass man mit Davis den falschen Mann beseitigt hat.

Otto Premingers letzter Spielfilm "Der menschliche Faktor" basiert auf dem gleichnamigen Spionageroman seines Freundes, des bekannten Schriftstellers Graham Greene ("Der dritte Mann", "Das Ende einer Affäre"). Wie in seinen früheren Filmen gelang es Preminger, seinem Ideal treu zu bleiben und mit handwerklicher Strenge einen unterhaltsamen Film zu inszenieren, in dem der Regisseur fast unbemerkt bleibt und die Technik und die Absichten des Filmemachers nicht offensichtlich sind. Preminger verzichtet in diesem Spionagefilm auf die für dieses Genre typische Härte und die obligatorischen Action-Szenen und konzentrierte sich auf differenzierte Charakterporträts. Bei der Herstellung des Films erlebte der oftmals abwertend als Perfektionist bezeichnete Preminger nach seiner langen Hollywood-Karriere ein letztes Mal die Schwierigkeiten einer unabhängigen Filmproduktion: Da ihn während der Dreharbeiten seine Geldgeber im Stich ließen, musste Preminger sich von einigen Werken seiner privaten Kunstsammlung trennen, um den Film fertigzustellen.
   

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