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Nikolai Starobogatow und Sergej Bassargin sind gemeinsam
nach langen schweren Jahren im Straflager für
fünf Jahre in das weltabgeschiedene sibirische
Fischerdorf verbannt worden. Nikolai, genannt Kopalitsch,
einst Ingenieur, hat jeden Kontakt zu seiner Familie
in Moskau abgebrochen - er wollte ihr nicht schaden.
Jetzt beschäftigt er sich mit dem Bootsbau,
während sein Gefährte Sergej, Lusga genannt,
einst Kommandeur eines Regimentsaufklärungsdienstes,
für wenige Stunden Kriegsgefangener und deshalb
zur Lagerhaft verurteilt, meist nur grübelnd
herumsitzt. Bei den Dorfbewohnern sind sie unbeliebt
und werden als "Volksfeinde" mit Geringschätzung
behandelt.
An sie, die Politischen, wurde bei der Generalamnestie
von Berija nicht gedacht, nur Kriminelle wurden
freigelassen, marodierend ziehen sie durchs Land.
Die Bewohner des Fischerdorfes erfahren davon vom
Milizionär Mankow, der berichtet, dass freigelassene
Banditen seinen Kollegen Korjosch ermordet haben.
Sechs von ihnen sind der Polizei entkommen und bedrohen
nun das Dorf. Mit Waffen, die sie vom Abteilungschef
Sotow erpresst haben, beginnen sie, das Dorf zu
terrorisieren. Sie ermorden Mankow, dann bringen
sie die übrigen Dorfbewohner, die zur Gegenwehr
nicht fähig sind, in ihre Gewalt. Bassargin
und Kopalitsch, als politisch Verbannte von den
Kriminellen nicht ernst genommen, bleiben auf freiem
Fuß. Als einer der Banditen versucht, das
junge Mädchen Schura zu vergewaltigen, schlägt
Bassargins Verachtung für die Marodeure in
aktiven Widerstand um. Er besinnt sich auf die hohen
moralischen Werte, die er einst vertreten hat, und
kämpft gemeinsam mit Kopalitsch gegen die Verbrecherbande.
Ein spannender, historisch, sozial und psychologisch
eindrucksvoller Film über die Zeit zwischen
Stalins Tod und dem XX. Parteitag der KPdSU. "Wir
wollten die Sitten aufspüren", sagte Regisseur
Alexander Proschkin, "die zu jener Zeit in
der Gesellschaft vorherrschten - Menschen ohne ein
"Ich", die alles unter "Wir"
abzubuchen gewohnt sind. Jenen Verderb, der ausgehen
kann von einer Macht, die den Einzelnen als ein
Nichts ansieht und ihn in die Rolle eines stummen
Zeugen drängt, unfähig zum Widerspruch,
geschweige denn Widerstand." Welchen Zweck
Berija mit seiner Amnestie verfolgte, ist bis heute
nicht restlos geklärt. Proschkin vertritt die
Auffassung, Berija habe die unkontrollierte Kriminalität
nutzen wollen, um sich selber zum Diktator aufzuschwingen.
Alexander Proschkin (geb. 1940, "Paris sehen
und sterben") ist mit seinem Film ein herausragender
Beitrag der "Perestroika"-Periode gelungen
- im Gegensatz zu vielen Filmen jener Zeit nicht
kopflastig, sondern als realistisch gefärbtes
Actionkino mit einer bis zur letzten Minute spannungsgeladenen
Atmosphäre.
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