Mein Schatz ist aus Tirol

Deutscher Spielfilm von 1958
Regie Hans Quest
Drehbuch Carlo Fedier und Karl Heinz Busse
Musik Werner Scharfenberger
Kamera Heinz Schnackertz
Darsteller Eva Perner - Marianne Hold
Peter Weigand - Joachim Fuchsberger
Gustav Mummelmann - Walter Gross
Großvater Perner - Hans Fitz
Mariele - Johanna König
Loisl - Rolf Pinegger
Marion-Madeleine - Monika Dahlberg
Li - Alice Kessler
Lo - Ellen Kessler
Alter Baron - Theodor Danegger
Franzl, junger Baron - Siegfried Breuer, jr.
und andere

Es singen Lolita, Jimmy Makulis, Die Blauen Jungs u.a.

Die bezaubernde Weinbauertochter Eva Perner und ihr kleiner Bruder Loisl leben allein mit ihrem Großvater in einem Haus mitten im Weinberg bei Terlan, nahe Meran in Südtirol. Seit Jahren schulden sie dem alten Baron die Pacht dafür. Doch nicht nur der drückenden Schulden wegen sähen es sowohl der alte Perner als auch der alte Baron sehr gern, wenn aus der hübschen Eva und dem jungen Baron Franz endlich ein Paar werden würde.

Evas aufgeweckter Bruder Loisl findet, dass sie Franz nicht heiraten muss, wenn sie ihn nicht mag, nur um das Weingut zu retten, und sucht Hilfe bei Evas bester Freundin Marie Lustig, genannt Mariele, die Wirtin des Gasthofes "Zum goldenen Lamm". Sie setzt unter falschem Namen eine Heiratsannonce unter dem Kennwort "Mein Schatz ist aus Tirol" auf, die dank seiner resoluten mütterlichen Sekretärin Fräulein Beck in die Hände des unternehmungslustigen, aber chronisch verschuldeten Mausefallen-Fabrikanten Gustav Mummelmann gerät. Mit dem Foto seines Neffen, dem bekannten Münchner Musikproduzenten Peter Weigand, bewirbt er sich als Heiratskandidat und kündigt sein Kommen an. Für die Reise zu der vermeintlichen Schlossherrin und Weingutsbesitzerin in Terlan bei
Meran muss der ewig klamme Gustav einmal mehr seinen Neffen anpumpen und eine Geschäftsreise ins Ausland vorschieben. Dass Peter ihn kurz entschlossen begleitet, um seiner hartnäckigen Freundin Marion Madeleine, mit deren Orchester er gerade Musikaufnahmen gemacht hat, zu entkommen, passt Onkel Gustav gar nicht. Deshalb telegrafiert er heimlich Marion Peters Aufenthaltsort, die umgehend mit ihrem gesamten Damenorchester und den arbeitslosen Tänzerinnen Li und Lo dem Musikproduzenten nachreist.
In Meran bleibt der einparkende Peter ausgerechnet an Loisls gerade erworbenem Angelhaken hängen. Eva und Peter kommen sich bei der Befreiungsaktion erstmals näher. Loisl findet den "großen Fisch mit dem pfundigen Auto" sehr nett und setzt alles daran, die beiden zusammenzubringen. Tatsächlich entstehen erste romantische Bande zwischen Eva und Peter, die jedoch von seinem ungeschickten Onkel zunichte gemacht werden. Weil ihm die umtriebige freundliche Gasthofsbesitzerin Mariele so gut gefällt, streicht sich Gustav bei ihr als großzügiger Onkel heraus, der seinen Neffen Peter finanziell unterstützt, obwohl er seinen Lebenswandel mit lauter Weibergeschichten gar nicht gutheißt. Als Mariele davon ihrer Freundin Eva erzählt, will Eva von Peter nichts mehr wissen. Weitere Verwirrungen stiften Marion, die Mädchen ihres Orchesters und die beiden Tänzerinnen, die von Gustavs fingiertem Telegramm nach Meran gelockt wurden. Der musikbegeisterte junge Baron Franz findet in Marion endlich eine Seelenverwandte. Doch ausgerechnet die Abschiedsumarmung von Franz und Eva wird von Peter missgedeutet und er reist ab. Aber er hat nicht mit dem kecken Loisl gerechnet, der sogar die Feuerwehr einspannt, um ihn zu seiner Schwester Eva zurückzuholen.

Hans Quest inszenierte eine amüsante und unbeschwerte Schlagerkomödie, in der Marianne Hold, Joachim Fuchsberger und Walter Gross die Hauptrollen spielen. Neben Lolita und Jimmy Makulis, zwei beliebten Gesangs-Stars der 1950er-Jahre, sind auch die Kessler-Zwillinge mit von der Partie. Sie, Alice und Ellen, feierten am 20. August 2011 ihren 75. Geburtstag.
Sie sind die berühmtesten Zwillinge Deutschlands und zählten lange Zeit zu den schönsten Frauen der Welt. Alice und ihre 45 Minuten jüngere Schwester Ellen wurden in Nerchau, heute ein Ortsteil von Grimma, nahe
Leipzig geboren. Schon mit sechs Jahren besuchten sie die Ballettschule und wurden 1947 ins Kinderballett der Leipziger Oper aufgenommen. Als die Familie 1952 mit Hilfe eines Besuchervisums aus der DDR flüchtete, bekamen sie ein Engagement im Düsseldorfer Revuetheater "Palladium". Später holte sie der Direktor des Pariser "Lido" in sein Varieté, wo für die 18-jährigen Blondinen eine steile Karriere begann. In kürzester Zeit tanzten sich die beiden an die Spitze des Showbusiness und machten auf so gut wie allen Bühnen Furore - in New York, Las Vegas, Caracas, Rom usw. Ihre wichtigsten Stationen aber waren Rom, wo sie knapp zwei Jahrzehnte lebten, und die USA, wo sie als "Fräuleinwunder" das Publikum bezauberten. Bühnenkollegen wie Dean Martin, Elvis Presley und Sammy Davis jr. lagen ihnen zu Füßen. Sie drehten mehr als ein Dutzend Filme - u.a. "Der Bettelstudent" (1956) und "Hochzeitsnacht im Paradies" (1962) - und traten häufig in den Shows von Peter Alexander, Peter Frankenfeld und Hans-Joachim Kulenkampff auf. Die Zwillinge, die nie verheiratet waren, sind bis heute aktiv und leben gemeinsam in einem Haus im bayerischen Grünwald.
   

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