Der Arzt von Stalingrad

Spielfilm BRD, 1958
Regie Géza von Radványi
Drehbuch Werner P. Zibaso, nach dem gleichnamigen Roman von Heinz G. Konsalik
Musik Siegfried Franz
Kamera Georg Krause
Länge 105 Min.
Darsteller Stabsarzt Dr. Fritz Böhler - O. E. Hasse
Alexandra Kasalinskaja - Eva Bartok
Oberleutnant Pjotr Markow - Hannes Messemer
Sanitäter Pelz - Mario Adorf
Dr. Sellnow - Walter Reyer
Leutnant Janina Salja - Vera Tschechowa
Fähnrich Peter Schultheiß - Paul Bösiger
Distriktarzt Major Dr. Kresin - Leonard Steckel
Oberstleutnant Worotilow - Valéry Inkijinoff
Sergej, Worotilows Sohn - Michael Ende
u.a.

Russland, während des Zweiten Weltkrieges. Nach der grausamen Schlacht um Stalingrad sind zahllose Soldaten des deutschen Nazi-Regimes in russische Kriegsgefangenschaft geraten. Unter ihnen ist der Stabsarzt Fritz Böhler, der gegen alle Widrigkeiten versucht, auch in der Gefangenschaft seinem ärztlichen Eid nachzukommen. Mit List und Einfallsreichtum gelingt es ihm und seinen Kameraden, dem gewitzten Sanitäter Pelz und dem idealistischen Oberarzt Sellnow, immer wieder, die Verbote der Russen zu umgehen. So riskiert Böhler sein Leben, als er trotz strengen Verbots einen Mithäftling operiert und dem Mann das Leben rettet. Erschwert wird das Leben der Häftlinge durch die russische Lagerärztin Alexandra Kasalinskaja, deren geliebter Ehemann im Krieg gefallen ist und die seither einen tiefen Hass gegen die Deutschen hegt. Ebenso gefürchtet wird Oberleutnant Pjotr Markow, der in Alexandra verliebt ist und ihr durch sadistische Schikanen gegen die Gefangenen zu gefallen versucht.

Dann ist da noch der Lagerkommandant Worotilow, der nach außen hin unerbittlich erscheint, in Wahrheit aber ein mitfühlender Mann und liebender Familienvater ist. Auch die eiskalt wirkende Alexandra beginnt ihre Haltung den "Feinden" gegenüber zu mildern, als sie sich in Sellnow verliebt. Doch die beiden wissen, dass ihre Liebe keine Zukunft haben kann. Denn obwohl Sellnow eine bessere medizinische Versorgung für seine Kameraden erreicht, wird er durch seine Beziehung zu Alexandra bei den Häftlingen zum Außenseiter. Alexandra muss derweil fürchten, ihre heimliche Verbindung zu dem Deutschen mit dem Leben zu bezahlen. Tatsächlich bekommt Oberleutnant Markow eines Tages Wind von der Affäre. Rasend vor Eifersucht sucht er nach einem Weg, sich an seinem Rivalen zu rächen. Alexandra wird trotz Böhlers Versuch, sie zu retten, für ihr Vergehen in die Verbannung nach Sibirien geschickt.
Mit "Der Arzt von Stalingrad" ist Regisseur Géza von Radványi eine packende Leinwandadaption des gleichnamigen Konsalik-Bestsellers gelungen. Vor der beklemmenden Kulisse eines russischen Kriegsgefangenenlagers erzählt der Film von Menschen, die in einer von Ideologien, Gewalt und Hass geprägten Zeit versuchen, ihre Menschlichkeit nicht zu verlieren, in den Hauptrollen sind O. E. Hasse und Eva Bartok zu sehen. In weiteren Rollen Walter Reyer, Mario Adorf und Hans Messemer. Das Vorbild für den "Arzt von Stalingrad" fand Heinz G. Konsalik in dem Chirurgen Ottmar Kohler. Der Roman erschien 1956 und wurde ein großer Erfolg. In 17 Sprachen übersetzt, erreichte er eine Auflage von mehr als zweieinhalb Millionen Exemplaren. Für Konsalik bedeutete er den großen Durchbruch, fortan wurde jedes seiner weiteren Bücher ein Bestseller.

Der Autor, dessen Todestag sich am 2. Oktober 2009 zum zehnten Mal jährte, stammt aus Köln. Mit zehn Jahren schrieb er seinen ersten Roman, mit 16 publizierte er erste kleine Erzählungen. Er studierte Medizin, Theaterwissenschaften und Germanistik. Als der Zweite Weltkrieg begann, musste er sein Studium abbrechen. Er war Kriegsberichterstatter in Frankreich und kam als Soldat später an die Ostfront, wo er in Russland schwer verwundet wurde. Nach 1945 arbeitete Konsalik zunächst als Dramaturg und Redakteur, seit 1951 war er als freier Schriftsteller tätig. Das Schreiben war sein Leben. So entstanden 154 Romane, die in 26 Sprachen übersetzt und mehr als 85 Millionen Mal verkauft wurden. Er gilt als der national und international meistgelesene deutschsprachige Schriftsteller der Nachkriegszeit.
   

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