Mädchen in Uniform

Deutsch-französischer Spielfilm von 1958
Regie Géza von Radványi
Drehbuch F. D. Andam und Franz Höllering, nach dem Bühnenstück "Gestern und Heute" von Christa Winsloe
Musik Peter Sandloff
Kamera Werner Krien
Darsteller Manuela von Meinhardis - Romy Schneider
Elisabeth von Bernburg - Lilli Palmer
Fräulein von Nordeck zur Nidden - Therese Giehse
Fräulein von Racket - Blandine Ebinger
Ilse von Westhagen - Sabine Sinjen
Prinzessin - Adelheid Seeck
Mia - Christine Kaufmann
Marga von Rackow - Gina Albert
Edelgard von Kleist - Ginette Pigeon
Frau Evans - Margaret Jahnen
u.a.

Potsdam, 1910. Nach dem Tod ihrer zärtlich geliebten Mutter wird Manuela von Meinhardis in ein Internat für adelige Mädchen gebracht. Dort führt die erzkonservative Oberin Fräulein von Nordeck zur Nidden ein strenges Regiment. Zucht und Ordnung sind ihre Lieblingswörter, für "Gefühlsduseleien" hat sie kein Verständnis. Die sensible Manuela, die noch immer unter dem Verlust ihrer Mutter leidet, vermag sich nur schwer ihrer neuen Umgebung anzupassen. Sie hat aber das Glück, dem Schlafsaal von Fräulein von Bernburg zugewiesen zu werden, denn die verständnisvolle Erzieherin ist bei den Mädchen besonders beliebt. Elisabeth von Bernburg spürt, dass Manuela Hilfe braucht, und nimmt sich ihrer mit großem Einfühlungsvermögen an. Manuela reagiert darauf mit schwärmerischer Verehrung.
Als die Mädchen zum Geburtstag der Oberin "Romeo und Julia" aufführen, darf Manuela die männliche Hauptrolle spielen und blüht regelrecht auf. Nach der Aufführung steigert sie sich im Überschwang ihrer Gefühle in eine Liebeserklärung an Elisabeth von Bernburg hinein - ein ungeheuerlicher Skandal, vor allem die Oberin ist zutiefst empört. Manuela soll aus dem Internat entfernt werden; Fräulein von Bernburg wird für dieses unfassbare Vorkommnis verantwortlich gemacht. Als Manuela erfährt, in welche Schwierigkeiten sie die geliebte Erzieherin gebracht hat, will sie sich in ihrer Verzweiflung das Leben nehmen.

Lilli Palmer spielt in dieser Wiederverfilmung des Welterfolgs von 1931 die Rolle, die Dorothea Wieck seinerzeit berühmt machte: die ebenso schöne wie menschliche Erzieherin in der pädagogischen Hölle eines mit militärischer Strenge geführten Mädchenstifts. Romy Schneider, nach ihrem Durchbruch als "Sissi" am Beginn ihrer Weltkarriere stehend, verkörpert die sensible Manuela von Meinhardis, die in dem alten Film von Hertha Thiele gespielt wurde. Die Dritte im Bunde ist Therese Giese, eine der besten deutschen Charakterdarstellerinnen des vorigen Jahrhunderts, in der Rolle der bedrohlichen Kommandeuse Fräulein von Nordeck zur Nidden, 1931 von Emilie Unda gespielt.

Geboren wird sie als Tochter des jüdischen Kaufmanns Salomon Gift am 6.3.1898 in München. Sie finanziert ihre Schauspielausbildung selbst und bekommt nach einigen Wanderjahren ein Engagement an den "Münchner Kammerspielen", wo sie vor allem mit herben Frauenrollen Aufmerksamkeit erregt. Sie lernt Erika und Klaus Mann kennen, die drei gründen am 1.1.1933 das literarische Kabarett "Die Pfeffermühle", wenig später emigrieren alle drei nach Zürich. Dort ist ihr Kabarett sehr erfolgreich. Durch ihre Heirat mit dem Schriftsteller John Hampson-Simpson bekommt sie einen englischen Pass. Ab 1937 arbeitet Therese Giese am Schauspielhaus Zürich, dort spielt sie 1941 bei der Uraufführung von Brechts "Mutter Courage und ihre Kinder" die Titelrolle. Neben Helene Weigel wird sie die weibliche Brechtinterpretin. Sie spielt am neu gegründeten Berliner Ensemble in Ost-Berlin und gehört ab 1950 wieder den "Münchner Kammerspielen" an. Auf der Leinwand ist sie u.a. in den Filmen "Herz der Welt" (1952), "Ferien in Tirol" (1956) und "Sturm im Wasserglas" (1960) zu sehen. Sie stirbt am 3. März 1975 in München.
   

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