Baronesse

Dänischer Spielfilm von 1960
Regie Annelise Reenberg
Drehbuch Annelise Reenberg und John Olsen
Musik Sven Gyldmark
Kamera Ole Lytken
Darsteller Baronin von Ravenstein - Maria Garland
Anne Tofte/Baronesse - Ghita Nørby
Hans Høy - Dirch Passer
Lars Tofte - Ove Sprogøe
Henriette von Ravenstein - Karin Nellemose
Frederik, Majordomus - Karl Stegger
Rechtsanwalt Berg - Emil Hass Christensen
Henning Rabenfeldt - Henrik Wiehe
u. a.

Baronin Alvilda von Ravenstein hat ihren einzigen Sohn, den begeisterten Rennfahrer Jørgen von Ravenstein, durch einen Unfall verloren. Nun sitzt die eigenwillige Dame noch einsamer auf ihrem Schloss und muss befürchten, dass das ausstehende Erbe an die ungeliebten Verwandten Clarissa Rabenfeldt und ihren Sohn Henning, den Verwalter des Schlosses, fällt. Doch dann überrascht sie Anwalt Berg mit einem Brief, den er in den Papieren ihres Sohnes gefunden hat: Baron Jørgen von Ravenstein hat ein uneheliches Kind von einer "Bürgerlichen". Rechtsanwalt Berg wird mit der Suche nach Mutter und Kind beauftragt. Ganz in der Nähe findet Berg die Tankstelle und Autowerkstatt von Lars Tofte und dessen Kompagnon Hans Høy. Lars bestätigt, dass seine Schwester Helene vor vielen Jahren gestorben ist und er, gemeinsam mit Hans, ihre Tochter Anne großgezogen hat. Ihrer Umgebung entsprechend, ist die mittlerweile 20-jährige Anne zu einem burschikosen Mädchen herangewachsen, das Autos liebt, fährt und sogar reparieren kann.
Am nächsten Tag wird Anne aufs Schloss geladen. Schon bald muss die Baronin feststellen, dass das Mädchen alles andere als eine wohlerzogene Baronesse ist: eigenwillig wie die Großmutter und autobegeistert wie Vater Jørgen.

Anne ist wenig erfreut über die neue Verwandtschaft: Sie will keine "Erbin" sein. Andererseits tut ihr die alte Dame Leid und so schickt sie sich in ihre neue Rolle und "studiert auf Dame". Während ihr Henning Rabenfeldt, dem Anne aufrichtig gefällt, den Hof macht, versucht seine Mutter vollendete Tatsachen zu schaffen: Sie stiehlt Jørgens Brief und verbrennt ihn. Als Anne ihren 21. Geburtstag feiert, macht ihr Henning ein ganz besonderes Geschenk: einen Heiratsantrag. Die Baronin will von einer solchen Verlobung nichts wissen, es kommt zum Eklat. Nun hat Anne endgültig die Nase voll, sie will zurück zu Lars und Hans. Doch unerwartet springt Baronin Alvilda von Ravenstein über ihren Schatten und bittet Anne auf dem Schloss zu bleiben. Der Hochzeit mit Henning steht nun nichts mehr im Wege - und trotzdem kommt alles ganz anders.

Die "sympathische Komödie mit märchenhaften Zügen" (Lexikon des Internationalen Films) gehört zu den schönsten und unterhaltsamsten Filmen des dänischen Kinos. Das ist vor allem der Leistung des bemerkenswerten Darstellerensembles zu verdanken, allen voran Ghita Nørby (geb. 1935). Nørby , damals am Anfang ihrer Karriere, wurde bald zum führenden weiblichen Star Dänemarks. Spielte sie in den Fünfziger- und Sechzigerjahren vor allem in Komödien (unter anderem in "Die Olsenbande in der Klemme"), so verkörpert sie seit den Siebzigerjahren überwiegend ausdrucksstarke Charaktere. In weiteren Rollen glänzen Ove Sprogøe (1919-2004), hierzulande als Egon Olsen bekannt, Dirch Passer (1926-1980), der bis zu seinem frühen Tod im Jahr 1980 in mehr als 100 Kino- und Fernsehfilmen mitwirkte und nicht zuletzt Maria Garland (1889-1967), die 1923 ihr Debüt mit "Pat und Patachon" hatte.
   

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