Kleine Sünder - große Sünder

Dänischer Spielfilm von 1966
Regie Annelise Reenberg
Drehbuch Annelise Reenberg und Gitte Palsby, nach einem Roman von John Habberton
Musik Sven Gyldmark und Erik Leth
Kamera Ole Lytken
Darsteller Erik Lund - Axel Strøbye
Lisbeth Andersen - Birgit Sadolin
Landgerichtsanwalt Andersen - Karl Stegger
Rikke Berg - Sonja Oppenhagen
Jan Berg - Jan Priiskorn-Schmidt
Lotte Berg - Vibeke Houlberg
Michael Berg - Michael Rosenberg
Pusle Berg - Pusle Helmuth
Blop Berg - Lars Madsen
Poul - Ole Søltoft
u. a.

Während Erik Lund jahrelang Kinderpsychologie studiert und seine Erkenntnisse in seiner Dissertation "Die Psychologie - der problemlösende Faktor in der modernen Kindererziehung" niedergeschrieben hat, widmete sich seine Schwester Else der Praxis einer kinderreichen Familie. Erik will seine Dissertation in Kopenhagen verteidigen und so scheint es eine günstige Fügung zu sein, dass er sich darauf im Haus seiner Schwester vorbereitet und nebenbei ihre sechs Sprösslinge hütet, während sie endlich einmal ihren Mann auf einer Dienstreise begleiten kann. Doch das Unheil nimmt schnell seinen Lauf: Die Haushälterin bricht sich ein Bein und muss ins Krankenhaus und der Junggeselle Erik muss sechs Kinder und zwei Hunde hüten.

Schnell stellt er fest, wie groß der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist, zumal die Kinderschar vom süßen Baby Blop bis zum Teenie Rikke mit Freund reicht. Jeder der sechs Sprösslinge hat seinen eigenen Kopf und seine eigenen Gewohnheiten. Das beginnt beim Frühstücksbrot und hört beim Einschlafritual auf. Onkel Erik ist schnell überfordert, zumal der "nette" Nachbar Andersen keine Gelegenheit auslässt, ihm die Polizei auf den Hals zu hetzen. Doch bei allem Übermut denken Eriks Nichten und Neffen nicht nur an sich selbst, auch ihrem Onkel wollen sie Gutes tun, indem sie eine Frau für ihn suchen. Nachbars Tochter Lisbeth ist die Auserwählte, welch' Glück, dass sie ein Herz für die große Kinderschar wie für den gestressten Erik gleichermaßen hat.

Mit übermütiger Fabulierlust wird von den Lausbübereien der Kinder, der Naivität des Erziehungstheoretikers und den Bosheiten der Nachbarn erzählt - von kleinen und großen Sündern eben. Ein liebenswert-witziger dänischer Beitrag zum zeitlosen Problem der Kindererziehung, 1966 mit einem gut aufgelegten Ensemble aus großen und kleinen Darstellern inszeniert. Die Vorlage ist so gut - und eben immer wieder aktuell - dass 2001 in Dänemark das Remake "Sommer mit Onkel Erik" entstand.
   

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