|
Während Erik Lund jahrelang Kinderpsychologie
studiert und seine Erkenntnisse in seiner Dissertation
"Die Psychologie - der problemlösende
Faktor in der modernen Kindererziehung" niedergeschrieben
hat, widmete sich seine Schwester Else der Praxis
einer kinderreichen Familie. Erik will seine Dissertation
in Kopenhagen verteidigen und so scheint es eine
günstige Fügung zu sein, dass er sich
darauf im Haus seiner Schwester vorbereitet und
nebenbei ihre sechs Sprösslinge hütet,
während sie endlich einmal ihren Mann auf einer
Dienstreise begleiten kann. Doch das Unheil nimmt
schnell seinen Lauf: Die Haushälterin bricht
sich ein Bein und muss ins Krankenhaus und der Junggeselle
Erik muss sechs Kinder und zwei Hunde hüten.
Schnell stellt er fest, wie groß der Unterschied
zwischen Theorie und Praxis ist, zumal die Kinderschar
vom süßen Baby Blop bis zum Teenie Rikke
mit Freund reicht. Jeder der sechs Sprösslinge
hat seinen eigenen Kopf und seine eigenen Gewohnheiten.
Das beginnt beim Frühstücksbrot und hört
beim Einschlafritual auf. Onkel Erik ist schnell
überfordert, zumal der "nette" Nachbar
Andersen keine Gelegenheit auslässt, ihm die
Polizei auf den Hals zu hetzen. Doch bei allem Übermut
denken Eriks Nichten und Neffen nicht nur an sich
selbst, auch ihrem Onkel wollen sie Gutes tun, indem
sie eine Frau für ihn suchen. Nachbars Tochter
Lisbeth ist die Auserwählte, welch' Glück,
dass sie ein Herz für die große Kinderschar
wie für den gestressten Erik gleichermaßen
hat.
Mit übermütiger Fabulierlust wird von
den Lausbübereien der Kinder, der Naivität
des Erziehungstheoretikers und den Bosheiten der
Nachbarn erzählt - von kleinen und großen
Sündern eben. Ein liebenswert-witziger dänischer
Beitrag zum zeitlosen Problem der Kindererziehung,
1966 mit einem gut aufgelegten Ensemble aus großen
und kleinen Darstellern inszeniert. Die Vorlage
ist so gut - und eben immer wieder aktuell - dass
2001 in Dänemark das Remake "Sommer mit
Onkel Erik" entstand.
|