Schwarze Ente

Schwedisch-dänischer Spielfilm von 1993
Regie Anders Refn
Drehbuch Flemming Quist Moller und Anders Refn, nach der Novelle "And the fathers eat the grapes" von Gustav Wied
Musik Niels Arnt Torp und Henrik Garnov
Kamera Jan Weincke
Darsteller Nils Uldahl-Ege - Ole Ernst
Clara Uldahl-Ege - Sofie Grabol
Line Uldahl-Ege - Marika Lagercrantz
Isidor Seeman - Philip Zandén
Anna Uldahl-Ege - Anna Eklund
Charlotte Uldahl-Ege Mette Ahrenkiel
Frederikke Uldahl-Ege Cicilie Brask
u. a.

Dänemark um die Jahrhundertwende. Der Großgrundbesitzer Nils Uldahl-Ege herrscht despotisch über seine Familie. Sein Jähzorn hat ihm überall Feinde gemacht, seine Verschwendungssucht droht alles zunichte zu machen, was seine Vorfahren aufgebaut haben. Seine Frau Line hat längst aufgegeben und sich in ihre eigene Welt zurückgezogen. Unfähig zur Reaktion sieht sie schweigend zu, wie ihr Mann die Kinder zu seelischen Krüppeln macht.

Nur die jüngste Tochter, die 17-jährige Clara, scheint die innere Kraft zu haben, eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln. Sie ist leidenschaftlich in ihren Vetter, den Familienanwalt Isidor Seeman, verliebt. Doch es ist eine heimliche, eine verbotene Liebe. Denn Seeman ist verheiratet, kann und will auf seine Familie nicht verzichten. Als Nils Uldahl-Ege seine Frau zwingen will, seine Geliebte offiziell zum Weihnachtsfest einzuladen, kommt es zum offenen Konflikt zwischen Vater und Tochter: ein Konflikt, der tragische Folgen hat ...

Entstanden nach einem Roman von Gustav Wied, erzählt "Schwarze Ernte" die dramatische Geschichte einer Familie aus dem dänischen Landadel um die Jahrhundertwende. Aus der Perspektive der 17-jährigen Tochter Clara schildert Regisseur Anders Refn die inneren und äußeren Vorgänge, die zur Zerstörung einer Familie führen. Anders Refn gehört zu den renommiertesten Filmemachern Dänemarks.

Bevor er 1976 seinen ersten Spielfilm drehte ("Stromer"/Der Polizist), hat er als Cutter und Regieassistent an mehr als dreißig Spielfilmen und Dokumentationen mitgearbeitet. Auch sein zweiter, ein Jahr später gedrehter, Spielfilm ("Slaegten"/Der Baron) setzte internationale Achtungszeichen. Mit dem Artistendrama "Die fliegenden Teufel" wurde er auch in Deutschland einem breiten Publikum bekannt. Sofie Grabol (geb. 1968), Darstellerin der Clara, gilt heute unbestritten als größtes dänisches Nachwuchstalent seit Asta Nielsen und Anna Karina.
   

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