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Ein Jahr harter Arbeit liegt hinter dem Arbeitsdirektor
Walter Lörke (Erwin Geschonneck). Seine letzte
"gesellschaftliche Tätigkeit" ist
die Rolle des Weihnachtsmannes bei der Kinderweihnachtsfeier
seines Betriebes. Dann fährt er nach Hause,
um im trauten Familienkreis das Fest der Liebe in
Ruhe und Frieden zu feiern.
Doch seine beiden Kinder Anne (Karin Schröder)
und Karl (Günter Junghans) haben offenbar eine
etwas abwegige Vorstellung vom "Fest der Liebe".
Denn statt die müden Beine unter dem festlichen
Weihnachtstisch ausstrecken zu können, rennt
Vater Lörke Stunden später durch die Winternacht,
um sich Klarheit über seinen potenziellen Schwiegersohn
Thomas Ostermann (Arno Wyzniewski) zu verschaffen.
Derselbe steht zwar positiv zu Fragen der Liebe
und des Bevölkerungszuwachses, aber seine Haltung
zum "Arbeiter-und-Bauern-Staat" ist negativ.
Auf solch einen Familienzuwachs will der Genosse
Lörke liebend gern verzichten. Er steht hinter
diesem Staat, für den er gekämpft hat
und scheint die Wahrheit über das Leben gepachtet
zu haben. Aber nun ist er irritiert.
Er läuft durch den Weihnachtsabend und sucht
Thomas' Vater (Herwart Grosse) auf und die Lehrerin
(Karla Runkehl), die dafür verantwortlich ist,
dass Thomas nicht studieren darf, um herauszufinden,
was ihm widerfahren ist.
Ein DEFA-Jugendfilm, der in der Zeit zwischen Mauerbau
und dem berüchtigtem 11. Plenum des Zentralkomitees
der SED 1965, in dessen Folge 12 DEFA-Filme verboten
wurden, entstand, - und so wahrscheinlich nur entstehen
konnte. Es ist die Zeit, als ehrlicher und genauer
über die inneren Zustände in der DDR erzählt
werden konnte.
So wird in Günter Reischs Film nach einem Drehbuch
von Hermann Kant (das wiederum auf einem tschechischen
Theaterstück basiert) zum ersten Mal ein junger
Mann ernst genommen, der in der DDR politisch schlechte
Erfahrungen gemacht hat und sich entsprechend kritisch
gegenüber dem Staat verhält.
Gleichzeitig wird ein differenziertes Figurenensemble
von Mitläufern und Ja-Sagern gezeichnet und
der Generationskonflikt zwischen den "alten
Genossen" und der jungen Generation thematisiert
- beides verblüfft im Nachhinein in seiner
politischen Direktheit.
Ansehenswert ist der Film auch wegen seiner hervorragenden
Darsteller: Erwin Geschonneck, Mathilde Danegger,
Marianne Wünscher, Arno Wyzniewski u.a.
Die Fortsetzung der Geschichte: "Wie die Alten
sungen..." (DEFA, 1985)
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