Die Verlobte

Fernsehfilm von 1981
Regie Günter Reisch und Günther Rücker
Drehbuch Günther Rücker nach Romanen von Eva Lippold
Musik Karl-Ernst Sasse
Kamera Jürgen Brauer
Darsteller Hella Lindau - Jutta Wachowiak
Hermann Reimers - Regimantas Adomaitis
Oberwachtmeister Olser - Käthe Reichel
Lola - Slavka Budinova
Frenzel - Christine Gloger
Irene - Inge Keller
Hensch - Hans-Joachim Hegewald
Elsie - Barbara Zinn
Barbara - Katrin Sass
Hilde - Ewa Zietek
Gefängnisarzt - Rolf Ludwig
Konrad - Katrin Martin
u. a.

Hella Lindau arbeitet im Untergrund gegen das Nazi-Regime. Gemeinsam mit ihrem Verlobten Hermann Reimers schmuggelt sie Geld, Lebensmittel und Landkarten. Bei einer der Aktionen wird sie verraten und festgenommen. Wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" verurteilt man sie zu zehn Jahren Gefängnis. Es gelingt ihr jedoch, alle Schuld auf sich zu nehmen und Hermann und die anderen Informanten herauszuhalten. Die ersten beiden Jahre Einzelhaft zermürben Hella. Keine Bücher, keine Beschäftigung, keine Briefe und vor allem keine Besuche sind ihr erlaubt. Immer wieder verliert sie sich in den Erinnerungen. Als sie mit ansehen muss, wie andere Häftlinge von einer Wärterin gequält werden, schreit sie diese an und wird zur Strafe für zwölf Tage in den Keller mit Ungeziefer gesperrt. Hinterher ist sie dem Wahnsinn nahe. Hermann versucht unterdessen, ihr zu helfen. Er wird aber nicht zu ihr gelassen. Auch seine Bitte, sie heiraten zu dürfen, wird abgelehnt.

Nach zwei Jahren kommt Hella in Gruppenhaft und arbeitet in der Wäscherei. Als politische Gefangene bekommt sie dort Sonderaufgaben. Es tut ihr gut, wieder unter Menschen zu sein und trotz anfänglicher Ablehnung findet sie Kontakt zu den anderen Frauen. Der Gedanke an Hermann hält Hella aufrecht, dennoch wird sie krank. Wider Erwarten kuriert sie der Gefängnisarzt, ein überzeugter Nazi, und verschafft ihr einen Schonplatz in der Bibliothek. Hermanns Doppelleben geht unterdessen weiter. Eines Tages wird auch er verhaftet. Im Zuge des Verfahrens gegen ihn muss Hella erneut aussagen. Durch einen Fliegeralarm sieht sie Hermann ein letztes Mal im Luftschutzkeller. Danach wird er - kurz vor Hellas Freilassung - abtransportiert und ermordet.

Die Rolle der Hella Lindau wurde zu einer der eindruckvollsten Rollen Jutta Wachowiaks. Dafür wurde sie unter anderem mit dem Nationalpreis der DDR ausgezeichnet. Zunächst arbeitete Jutta Wachowiak als Sekretärin, ehe sie ihren lang gehegten Berufswunsch verwirklichte und Schauspiel an der Filmhochschule in Babelsberg studierte. Erste künstlerische Stationen wurden das Hans-Otto-Theater Potsdam und das Städtische Theater Karl-Marx-Stadt (Chemnitz). Dort wurde sie in der Rolle der Luise in Schillers "Kabale und Liebe" entdeckt und ans Deutsche Theater Berlin geholt, dessen Ensemble Jutta Wachowiak bis 2004 angehörte.
   

Copyright © Jürgen Oellerich - All Rights Reserved