Gewissen in Aufruhr

Fernsehfilm aus der DDR von 1961
Regie Günter Reisch und Hans-Joachim Kasprzik
Drehbuch Hans Oliva, Günter Reisch und Hans-Joachim Kasprzik
Musik Günter Klück
Kamera Horst Brandt und Otto Hanisch
Darsteller Oberst Joachim Ebershagen - Erwin Geschonneck
Angelika Ebershagen - Inge Keller
Hans Stiller - Harry Hindemith
Frau Stiller - Ruth Kommerell
General Köhler - Herbert Körbs
Feldgeistlicher - Werner Dissel
General Jäger - Kurt Hansen
Frau von Pritznach - Irene Korb
Professor Karnach - Friedrich Richter
Professor Engelhardt - Otto Dierichs
u.a.

1. Entscheidung an der Wolga
Im September 1942 steht Oberst Ebershagen mit seinem 2.000 Mann starken Regiment der 6. Armee kurz vor Stalingrad. In Deutschland wird bereits eine große Propagandaschlacht zum Fall von Stalingrad vorbereitet. Ritterkreuzträger Ebershagen soll dazu in Berlin eine Rede halten und wird nach anderthalb Jahren Frontleben in die Heimat geflogen. Zurück an der Front ist ihm klar, dass der Krieg hier im Osten entschieden wird. Noch scheut er sich, diesen Fakt konsequent zu Ende zu denken, denn der Widerstand der russischen Armee ist stark.
Nach einer massiven Gegenoffensive gelingt es den Sowjets die deutsche Armee in Stalingrad einzuschließen. Für Ebershagen steht fest: "Aus einem Kessel haut man sich raus, ehe es zu spät ist". Doch Berlin schweigt und Feldmarschall Paulus gibt keinen eigenen Befehl aus. Auf freier Steppe und gefrorenem Boden, bei minus 32 Grad, hungrig, übermüdet, kurz vor dem Erfrieren haben die deutschen Truppen keine Chance. Doch die Generalität besteht auf Durchhalten. Ebershagens Einwände, man habe auch menschliche Verpflichtungen den Soldaten gegenüber, stoßen auf Unverständnis. Bei einem Gefecht wird der Oberst schwer verletzt und in das Feldlazarett von Stalino ausgeflogen. Von seinem Regiment überleben 82 Mann und gehen in Kriegsgefangenschaft.

2. Als die Glocken schwiegen
Der Lazarettaufenthalt in Stalino hat Ebershagen zum Grübeln gebracht. Ebershagen weiß plötzlich nicht mehr, wofür er kämpft. Dieses Gefühl verstärkt sich nach der Rückkehr in seine Heimatstadt Greifswald, wo es noch aussieht, als gäbe es gar keinen Krieg. Dabei hat er die vielen zerstörten Städte vor Augen, die er seit Stalingrad passiert hat. In Greifswald erreicht ihn die Berufung zum Beisitzer des Reichskriegsgerichtes Torgau. Nicht gewillt, Todesurteile zu unterschreiben, beschwört er seinen behandelnden Arzt, Professor Karnach, ihm ein Attest für das Heerespersonalamt auszustellen.
Zum Jahreswechsel 1944/45 wird er Kommandant von Greifswald und verspricht, alles zu tun, um die Stadt zu schützen. Die Gestapo fordert von Ebershagen höchste Wachsamkeit. Inzwischen stoßen die Russen zur Oder vor und wollen ihre Offensive beginnen. Ebershagen rechnet sich aus, dass er nicht länger als vier Stunden mit dem ihn zur Verfügung stehenden Mitteln Greifswald verteidigen kann. Soll er die Menschen und die Stadt opfern oder kapitulieren?

3. Wo sich die Wege trennen
Es ist der 30. April 1945. Über Greifswald liegt die Stille vor dem großen Sturm. Die zweite Belorussische Front rückt bedrohlich näher, das benachbarte Anklam steht bereits in Flammen. Hitlers Armee ist nicht mehr in der Lage, Deutschland zu verteidigen. In einem Sonderzug nahe Lübeck hofft Himmler vergeblich auf ein Bündnis mit den Amerikanern und Engländern gegen die Russen. Oberst Ebershagen entgeht nur knapp einem Erschießungskommando, das ihn eliminieren soll. Ihm ist es gelungen, Kapitulationsbedingungen mit den Russen auszuhandeln. Im Greifswalder Rathaus vollzieht sich die offizielle Übergabe der Stadt. Zusammen mit seiner Greifswalder Garnison begibt er sich in die Gefangenschaft.
Und so steigt der Oberst mit anderen Generälen in die Transportwagons und rollt erneut gen Osten, ins Sonderlager für höhere Offiziere, nach Krasnogorsk bei Moskau. Die Kriegsgefangenschaft bringt für Ebershagen erschütternde Erkenntnisse. Die meisten Generäle und Offiziere wollen sich ihre Niederlage selbst hier nicht eingestehen. Für sie ist Ebershagen ein Verräter. Dann kommt aber auch für Joachim Ebershagen der Tag, an dem er nach Greifswald zu seiner Frau Angelika zurück kann. Es ist Ende 1948.

Das MDR FERNSEHEN zeigte diese drei Teile des fünfteiligen Fernsehfilms aus der DDR mit Erwin Geschonneck in der Hauptrolle.

   

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