Jungfer, Sie gefällt mir

Spielfilm aus der DDR von 1969
Regie Günter Reisch
Drehbuch Jurek Becker und Günter Reisch, frei nach dem Lustspiel "Der zerbrochene Krug" von Heinrich von Kleist
Musik Wolfram Heicking
Kamera Otto Hanisch
Darsteller Dorfrichter Adam - Wolfgang Kieling
Ev - Monika Gabriel
Ruprecht Tümpel - Jan Spitzer
Schreiber Licht - Rolf Ludwig
Marthe Rull - Marianne Wünscher
Justizrat Walter - Horst Schulze
Annabella, seine Frau - Ingeborg Nass
Hauptmann - Herbert Köfer
Liese - Agnes Kraus
Reitender Bote - Rolf Hoppe
und andere

1792 im Kursächsischen. Die preußischen Grenadiere marschieren gen Frankreich, um dort den freiheitlichen Geist zu ersticken. Auf ihrem Weg dahin kommen sie auch durch ein sächsisches Dorf, in dem Richter Adam, ehemaliger Korporal der preußischen Armee, das Sagen hat. Und weil er mit allen Mitteln an die hübsche Ev herankommen will, lässt er nichts unversucht, den braven Schmied Ruprecht, der Ev heiraten möchte, zu den Soldaten zu verfrachten. Doch das ist leichter gedacht als getan.

Als Adam eines nachts das Fenster der schönen Jungfer geöffnet sieht, nutzt er die Gunst der Stunde, um bei dem Mädchen ins Kämmerlein zu steigen. Doch seine Vorfreude währt nicht lange, denn Ruprecht, Zeuge des unerlaubten Fensterlns, haut dem lüsternen Richter mit voller Wucht einen Krug über den Kopf. Während der arg lädiert das Weite sucht, glaubt Evs Mutter Marthe, Ruprecht auf frischer Tat ertappt zu haben und verklagt den Burschen. Damit setzt sie unwissend eine ganz andere Lawine in Bewegung und verhilft einem Dritten dazu, seinerseits zu flüstern: "Jungfer, Sie gefällt mir".

Ganz frei nach Heinrich von Kleists Lustspiel "Der zerbrochene Krug" - das in den Jahren 1803-1806 entstand und justament heute vor 200 Jahren im Hoftheater in Weimar uraufgeführt wurde - entstand diese DEFA-Komödie 1969 unter der Regie von Günther Reisch. Das Drehbuch schrieb der Regisseur gemeinsam mit dem Schriftsteller Jurek Becker. Sie verlegten die Handlung ins Sächsische und statteten sie filmisch mit wildbewegten Aktionen aus sowie einem für damalige Zeiten sehr flotten Filmschnitt.

Am interessantesten ist aber das prominente Darstellerensemble, das eine große Anzahl von hervorragenden Schauspielern jener Zeit umfasst: So sind Marianne Wünscher, Agnes Kraus, Ingeborg Nass, Herbert Köfer und Rolf Hoppe mit von der Partie, am heftigsten aber geben Wolfgang Kieling als Dorfrichter Adam und Rolf Ludwig als Schreiber Licht ihrem komödiantischen Affen Zucker.
   

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