|
Opa Lörke (Erwin Geschonneck) bereitet sich
auf einen geruhsamen Heiligabend vor. Die Kinder
haben abgesagt. Das wiederum freut die Witwe Klinkenhöfer
(Marianne Wünscher), hofft sie doch schon lange
auf einen gemütlichen Abend mit ihren Wohnungsnachbarn.
Doch daraus wird nichts. Tochter Anne (Karin Schröder)
teilt nämlich telefonisch mit, dass Twini (Andrea
Lüdke), Lörkes 17-jährige Enkelin,
verschwunden sei.
Die taucht allerdings kurz drauf quietschvergnügt
bei Opa Lörke auf, um ihm so ganz nebenbei
mitzuteilen, dass er in Kürze Uropa werden
wird. Das verschlägt dem sonst so Schlagfertigen
erst einmal die Sprache und er erinnert sich plötzlich
an jenen Heiligabend des Jahres 1962. Damals nämlich
saß seine Tochter Anne vor ihm, um ihm Twini
anzukündigen. "Wie die Alten sungen ..."
Günter Reischs 1986 gedrehte Komödie ist
von besonderem Reiz - ihre Handlung nimmt die Figurenkonstellation
seines 1962 entstandenen Films "Ach, du fröhliche
..." auf und verwendet geschickt einige Sequenzen
dieses Films als Rückblenden. Dieselben Schauspieler
agieren in denselben Rollen, hinzugekommen ist eine
neue Generation. So konnte der Film, der zum 80.
Geburtstag von Erwin Geschonneck entstand, ein Stück
Entwicklung von DDR-Bürgern zeigen. Die Gegenwart
erscheint zwischen Sich-abgefunden-haben, dem Einrichten
in sozialer Sicherheit und dem Gefühl, sowieso
nichts ändern zu können.
Nicht politische Standpunkte, sondern private Lebenseinstellungen
stehen im Vordergrund. Ansehenswert ist die Komödie
darüber hinaus durch die bekannten Darsteller,
die - z. T. eben auch um über 20 Jahren gealtert
- agieren: Neben Erwin Geschonneck sind es Marianne
Wünscher, Mathilde Danegger, Arno Wyzniewski,
Karin Schröder und Günter Junghans. Die
junge Generation wird von Karsten Speck, Andrea
Lüdke und Dirk Wäger verkörpert.
|