Bestie Mensch

Literaturverfilmung, Frankreich, 1938, 96 min, FSK 16
Regie Jean Renoir
Drehbuch Drehbuch: Jean Renoir, nach dem Roman "La bête humaine" von Émile Zola
Musik Joseph Cosma
Kamera Curt Courant
Darsteller Jacques Lantier - Jean Gabin
Séverine Rouboud - Simone Simon
Pecqueux - Julien Carette
Rouboud - Fernand Ledoux
Cabuche - Jean Renoir
Der Richter - André Tavernier
Flore - Blanchette Brunoy
Dauvergne - Gérard Landry
Philomène - Jenny Hélia
Victoire Pecqueux - Colette Régis
und andere

Jacques Lantier ist mit Leib und Seele Lokomotivführer. Er fährt auf der Strecke Paris-Le Havre, seine Lok nennt er zärtlich "Lison". Der junge Mann ist für sein Alter ein sehr ernster Mensch. Er leidet unter Depressionen und unheimlichen Anfällen und führt das auf seine Herkunft aus einer Familie von Trinkern zurück. Eines Tages wird in einem Zug, mit dem er zur Arbeit fährt, ein reicher Gutsbesitzer ermordet. Der Mörder Roubaud, Bahnhofsvorsteher in Le Havre, handelt aus Eifersucht. Lantier schöpft Verdacht, behält das aber für sich, weil ihn Severine, die schöne junge Frau des Mörders, fasziniert. Severine trifft sich fortan heimlich mit ihm und wird seine Geliebte, vor allem aber will sie ihn überreden, ihren Mann umzubringen, vor dem sie sich fürchtet. Sie ahnt nicht, was sie damit für sich und Lantier heraufbeschwört...

Nach dem Roman "Der Totschläger" von Emile Zola entstand ein beeindruckendes Meisterwerk des poetischen Realismus der 30er. Jean Gabin zeigt sich hier einmal mehr als brillanter Schauspieler. Dies war übrigens die dritte Zusammenarbeit von Renoir und Gabin, vorher entstanden die beiden Filme "Nachtasyl" (1936) und "Die große Illusion" (1937). 1953 arbeiteten beide noch einmal in "French Can Can" zusammen. 1954 inszenierte Fritz Lang mit "Lebensgier" ein Remake von "Bestie Mensch", blieb aber hinter dem Renoir-Film weit zurück.

Bewertung: Gut

"Bestie Mensch", 1939 entstanden, ist einer der drei Filme, die Jean Gabin mit Mitte dreißig bereits zum Mythos machten. Anlässlich seines 30. Todestages am 15. November 2006 will das MDR FERNSEHEN an den legendären Star des französischen Kinos erinnern. Der Sohn zweier Varieteekünstler, begann im Alter von 18 Jahren singend und tanzend in Musikrevuen aufzutreten, 1930 ging er zum Film. In Filmen von Julien Duvivier, Jean Renoir und Marcel Carné, in denen er vorzugsweise schweigende Eigenbrötler spielte, wurde er berühmt und hatte großen Anteil am Weltruhm des französischen Films jener Jahre. 1940 emigrierte er in die USA, nach zwei erfolglosen Filmen kehrte er nach Europa zurück. Im Zweiten Weltkrieg kämpfte er als Soldat für die Befreiung Frankreichs. Erst mit "Wenn es Nacht wird in Paris" konnte er 1954 eine zweite Karriere mit weithin anspruchsvollen Rollen beginnen. "Jean Gabin schaffte es immer, dass sein Publikum nicht enttäuscht wurde, wenn er es allein mit seinem Namen ins Kino lockte. Er kam nicht nur als undurchsichtiger und brutaler Gangster des Pariser Unterwelt-Milieus an, sondern drehte auch populäre Komödien entweder als kleiner Schwindler bzw. Clochard oder als kauziger und genervter Patriarch" (Cinema-Starlexikon). Für die meisten Zuschauer wird er in seiner Paraderolle als Kommissar Maigret in Erinnerung bleiben.
   

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