|
Jacques
Lantier ist mit Leib und Seele Lokomotivführer.
Er fährt auf der Strecke Paris-Le Havre, seine
Lok nennt er zärtlich "Lison". Der
junge Mann ist für sein Alter ein sehr ernster
Mensch. Er leidet unter Depressionen und unheimlichen
Anfällen und führt das auf seine Herkunft
aus einer Familie von Trinkern zurück. Eines
Tages wird in einem Zug, mit dem er zur Arbeit fährt,
ein reicher Gutsbesitzer ermordet. Der Mörder
Roubaud, Bahnhofsvorsteher in Le Havre, handelt
aus Eifersucht. Lantier schöpft Verdacht, behält
das aber für sich, weil ihn Severine, die schöne
junge Frau des Mörders, fasziniert. Severine
trifft sich fortan heimlich mit ihm und wird seine
Geliebte, vor allem aber will sie ihn überreden,
ihren Mann umzubringen, vor dem sie sich fürchtet.
Sie ahnt nicht, was sie damit für sich und
Lantier heraufbeschwört...
Nach dem Roman "Der Totschläger"
von Emile Zola entstand ein beeindruckendes Meisterwerk
des poetischen Realismus der 30er. Jean Gabin zeigt
sich hier einmal mehr als brillanter Schauspieler.
Dies war übrigens die dritte Zusammenarbeit
von Renoir und Gabin, vorher entstanden die beiden
Filme "Nachtasyl" (1936) und "Die
große Illusion" (1937). 1953 arbeiteten
beide noch einmal in "French Can Can"
zusammen. 1954 inszenierte Fritz Lang mit "Lebensgier"
ein Remake von "Bestie Mensch", blieb
aber hinter dem Renoir-Film weit zurück.
Bewertung: Gut
"Bestie Mensch", 1939 entstanden, ist
einer der drei Filme, die Jean Gabin mit Mitte dreißig
bereits zum Mythos machten. Anlässlich seines
30. Todestages am 15. November 2006 will das MDR
FERNSEHEN an den legendären Star des französischen
Kinos erinnern. Der Sohn zweier Varieteekünstler,
begann im Alter von 18 Jahren singend und tanzend
in Musikrevuen aufzutreten, 1930 ging er zum Film.
In Filmen von Julien Duvivier, Jean Renoir und Marcel
Carné, in denen er vorzugsweise schweigende
Eigenbrötler spielte, wurde er berühmt
und hatte großen Anteil am Weltruhm des französischen
Films jener Jahre. 1940 emigrierte er in die USA,
nach zwei erfolglosen Filmen kehrte er nach Europa
zurück. Im Zweiten Weltkrieg kämpfte er
als Soldat für die Befreiung Frankreichs. Erst
mit "Wenn es Nacht wird in Paris" konnte
er 1954 eine zweite Karriere mit weithin anspruchsvollen
Rollen beginnen. "Jean Gabin schaffte es immer,
dass sein Publikum nicht enttäuscht wurde,
wenn er es allein mit seinem Namen ins Kino lockte.
Er kam nicht nur als undurchsichtiger und brutaler
Gangster des Pariser Unterwelt-Milieus an, sondern
drehte auch populäre Komödien entweder
als kleiner Schwindler bzw. Clochard oder als kauziger
und genervter Patriarch" (Cinema-Starlexikon).
Für die meisten Zuschauer wird er in seiner
Paraderolle als Kommissar Maigret in Erinnerung
bleiben.
|