Das Leben ist ein Chanson

Französischer Spielfilm von 1997
Regie Alain Resnais
Drehbuch Agnès Jaoui und Jean-Pierre Bacri
Musik Bruno Fontaine
Kamera Renato Berta
Darsteller Claude - Pierre Arditi
Odile Lalande - Sabine Azéma
Nicolas - Jean-Pierre Bacri
Simon - André Dussollier
Camille Lalande - Agnès Jaoui
Marc Duveyrier - Lambert Wilson
Jane - Jane Birkin
Vater Lalande - Jean-Paul Roussillon
und andere

Um ihre wissenschaftliche Arbeit zu finanzieren, arbeitet die gewissenhafte Camille als Fremdenführerin. Bei einer Führung trifft sie zufällig Nicolas, den Ex-Geliebten ihrer älteren Schwester Odile, der nach Paris zurückgekehrt ist. Nicolas ist allem Anschein nach ein wohlhabender Geschäftsmann. Er sucht eine Wohnung, damit seine Frau Jane und die Kinder nachkommen können. Camille erzählt ihrer Schwester von der Begegnung. Die temperamentvolle Odile, die sich mit ihrem Mann Claude nur noch langweilt, lädt Nicolas spontan zu sich nach Hause ein. Rasch nehmen die beiden ihre alte Vertrautheit wieder auf. Der scheue Claude registriert das mit wachsendem Missvergnügen, obwohl er selbst daran gedacht hat, Odile zu verlassen.

Odile lässt sich in ihrem Tatendrang nicht bremsen. Resolut macht sie sich auf die Suche nach einer neuen Wohnung und spannt dafür den smarten Makler Marc ein. Damit wird sie ungewollt zur Kupplerin, denn bei einem Besichtigungstermin verliebt sich ihre Schwester Camille in Marc. Camille ist es aber auch nicht unangenehm, wenn sie bei ihren Führungen immer wieder von dem etwas linkischen Charmeur Simon angesprochen wird, der sich als Hörspielautor ausgibt. Umso größer ist ihre Verblüffung, als sie herausfindet, dass Simon in Wirklichkeit ein kleiner Angestellter in Marcs Immobilienagentur ist. Doch auch Odiles Freund Nicolas führt ein Doppelleben. Er ist in Wirklichkeit arbeitslos. Durch eine Reihe weiterer Missverständnisse, charmanter Lügen und heimlicher Affären beginnt ein Liebesreigen, der seinen Höhepunkt bei der Einweihungsparty von Odiles neuer Wohnung erreicht. Die Gäste erleben zwischen Cocktail und Couch einige tragikomische Begegnungen, wobei sie ihr wahres Gesicht mehr oder weniger freiwillig offenbaren.

"Das Leben ist ein Chanson" von Nouvelle-Vague-Star Alain Resnais ist eine virtuose Gesellschaftskomödie über die kleinen und großen Dramen des Lebens. Ihr so verblüffendes wie amüsantes Stilmittel besteht darin, den Akteuren populäre Chansons der Dreißiger- bis Sechzigerjahre in den Mund zu legen. Der Gesang stammt jedoch von den Original-Interpreten und die Schauspieler bewegen nur ihre Lippen dazu. Die Liedtexte sind genau auf die jeweilige Situation abgestimmt, das Geschlecht des Sängers ist dabei weniger ausschlaggebend, und so kommt es auch vor, dass ein männlicher Darsteller mit einer Frauenstimme singt und umgekehrt. Resnais inszeniert die Verwicklungen von Liebe, Sehnsucht und Alltagsfrust mit liebevoller Geste und gibt den scheinbar festgefahrenen Lebenssituationen eine augenzwinkernde Leichtigkeit und Wärme, die an Woody Allens Komödien erinnern. Die Playback-Musik wurde von Dennis Potters britischer Kultserie "Lipstick on Your Collar" inspiriert. "Es ist ja tatsächlich so, dass Schlager uns ein Leben lang bei allem, was wir tun begleiten", sagt Resnais, "wären wir nicht so verklemmt, würden wir vermutlich Schlagertexte in unsere Unterhaltung einbauen." Der Film besticht durch witzige Dialoge und durchweg grandiose Darsteller. Er wurde mit sieben "Césars" ausgezeichnet.
   

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