Kein Himmel über Afrika

Zweiteiliger Spielfilm Deutschland/Frankreich 2005
Regie Roland Suso Richter
Drehbuch Heiko Schier
Musik Stefan Schulzki
Kamera Busso von Müller
Darsteller Catherine - Veronica Ferres
Gordon Coburn - Jean-Hugues Anglade
Roberto - Enrico Mutti
Megan - Michaela Rosen
Helen Alistair - Katharina Meinecke
Duncan Coburn - Nikolai Kinski
Ian Coburn - Pierre Vaneck
Margret Coburn - Catherine Sola
Richard, Catherines Vater - Matthias Habich
Ingrid, Catherines Mutter - Elisabeth Trissenaar
Larry - Götz George
und andere

Teil 1
Eigentlich hat die gut aussehende Catherine alles, was man sich nur wünschen kann. Sie lebt auf einer vornehmen Farm in Tansania, hat einen attraktiven Ehemann und muss sich um ihre Zukunft keine Sorgen machen. Doch die junge Frau spürt, dass sie mehr vom Leben erwartet, als die begüterte, von afrikanischen Hausdienern umsorgte Kolonialherrin zu spielen.

Außerdem fühlt sie sich seit geraumer Zeit von ihrem Gatten, dem Italiener Roberto, vernachlässigt. Der organisiert Großwildjagden für reiche Touristen und scheint sich mehr für das Wohl seiner Kunden zu interessieren als für seine einsame Frau. Als Roberto auf der Jagd von einer Raubkatze verletzt wird, bringt ihn der Buschpilot Gordon Coburn ins Krankenhaus. Von der ersten Begegnung an fühlt sich Catherine von dem Abenteurer Gordon angezogen. Der Neuseeländer erkennt schnell, dass Catherine nur darauf wartet, aus ihrer festgefahrenen Ehe auszubrechen. So wird aus der stillen Zuneigung schon bald eine erotische Affäre und schließlich eine große Liebe.

Auf Gordons Drängen hin verlässt Catherine ihren Mann, um noch einmal ganz von vorne anzufangen. Die beiden heiraten und kaufen mit Unterstützung von Catherines Eltern eine Farm, um Blumen zu züchten und zu vertreiben. Bereits auf der Hochzeitsfeier bekommt Catherine von Gordons autoritärem Vater zu spüren, dass er nur wenig von seinem Sohn und dessen Zukunftsplänen hält. Diese Skepsis scheint sich zu bewahrheiten, als Gordon von der Nacht an, in der Catherine ihr gemeinsames Kind zur Welt bringt, wie ausgewechselt ist. Er beginnt zu trinken und seine Stimmung schwankt zwischen tiefer Depression und cholerischer Aggression.

Schließlich findet Catherine den Grund für diesen Wandel heraus: In jener Nacht tötete Gordon bei einer Notlandung mit seinem Flugzeug zwei Kinder eines afrikanischen Stammes. Seither versucht er, seine Schuldgefühle in Alkohol zu ertränken. In dem verwahrlosten Aussteiger Larry findet er einen trinkfesten Freund. Doch Catherine ist bereit, für ihr Glück zu kämpfen. Mit ihrer Hilfe kann Gordon sein Trauma überwinden - so scheint es zumindest.

Teil 2
Die Zeit heilt alle Wunden, heißt es. Doch bei Gordon Coburn trifft diese Binsenweisheit nicht zu. Fünf Jahre sind vergangen, seit der Buschpilot bei einer nächtlichen Notlandung mit seinem Flugzeug zwei Kinder eines afrikanischen Stammes erfasste und tötete. Trotz der Bemühungen seiner liebevollen Ehefrau Catherine hat sich Gordon vom Trauma dieses Unfalls nie komplett erholt. Eine Missernte auf der gemeinsamen Farm in Tansania sowie finanzielle Probleme verstärken seine Depression und lassen ihn abermals zur Flasche greifen. Catherine, die sich vor allem um das Wohl der gemeinsamen Tochter sorgt, kann nichts mehr gegen Gordons gewalttätige Ausfälle tun. Sein bester Freund neben der Schnapsflasche ist der versoffene Aussteiger und Schlangenzüchter Larry. Als Catherine schließlich herausfindet, dass Gordon eine Affäre mit ihrer besten Freundin Helen hat, kommt es zur Trennung. Wenig später macht ihr Gordon, scheinbar geläutert, ein Versöhnungsangebot. Aber das Treffen endet in einer Katastrophe: Völlig betrunken wird Gordon abermals handgreiflich. Im Lauf der dramatischen Auseinandersetzung fällt plötzlich ein Schuss - als die Polizei auf der Farm eintrifft, findet sie den toten Gordon mit einer Kugel im Kopf. Zunächst deutet alles auf Selbstmord hin. Doch Gordons verbitterte Eltern und sein Bruder Duncan wollen sich mit dieser Erklärung nicht abfinden.

Mit Larrys Unterstützung suchen sie nach Beweisen, die belegen können, dass Catherine Gordon vorsätzlich ermordet hat - mit Erfolg. Die völlig fassungslose Catherine wird verhaftet und wegen Mordes vor Gericht gestellt. Sollte sie verurteilt werden, droht ihr in Tansania die Todesstrafe. Einzig die Eltern und ihre Freundin Megan halten noch zu ihr. In dem ebenso langwierigen wie aufwühlenden Prozess zeigt sich jedoch, dass Gordons Familie sogar zu kriminellen Mitteln greift, um Catherine an den Galgen zu bringen.

Basierend auf der gleichnamigen Autobiografie der Deutsch-Afrikanerin Kerstin Cameron, erzählt der abschließende Teil des aufwendigen Zweiteilers "Kein Himmel über Afrika" eine dramatische Geschichte um Liebe, Verrat, Intrigen und Gerechtigkeit. Der von Roland Suso Richter inszenierte Film entstand in Südafrika. In der Hauptrolle beeindruckt Veronica Ferres als eine Frau, die für ihre Liebe kämpft, ihre Unabhängigkeit findet und dabei an den Rand des Abgrunds gerät. An ihrer Seite glänzt der französische Kinostar Jean-Hugues Anglade als charmanter Abenteurer, dessen dunkle Seite immer deutlicher zum Vorschein kommt. In weiteren Rollen sind Nikolai Kinski, Götz George und Matthias Habich zu sehen.
   

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