Der Orgelbauer von St. Marien

Österreichischer Spielfilm von 1961
Regie August Rieger
Drehbuch Alexander Badal, August Rieger und Theodor Ottawa
Musik Ernst Jäger
Kamera Viktor Korger
Darsteller Franz und Josef Burgmann - Paul Hörbiger
Linda, Baronesse Danning - Gerlinde Locker
Markus Burgmann - Sieghardt Rupp
Petra Wührer - Hannelore Cremer
Walter Bertram - Dieter Eppler
Baron Danning - Wolf Albach-Retty
Direktor Bertram - Oskar Sima
Pfarrer Fischer - Josef Krastel
Gutsverwalter Marek - Emmerich Schrenk
Therese - Gaby Banschenbach
u. a.
Es singen: Franzl Lang und das Hellberg-Duo

Dem jungen Benediktinermönch Markus, der die ersten Priesterweihen empfangen hat, begegnet während seines Urlaubs zu Pfingsten die Versuchung in Gestalt seiner Jugendliebe Linda. Linda, die Tochter des verschuldeten Barons Danning, ist kurz davor, den reichen Fabrikantensohn Walter Bertram zu heiraten, der das verschuldete Familiengut der Dannings retten könnte. Doch die Begegnung mit ihrem Jugendfreund Markus verstärkt ihren Zweifel an der Aufrichtigkeit ihrer Liebe zu Walter. Daher schiebt sie die Hochzeit mit ihm immer wieder hinaus - unter dem Vorwand, sie werde erst heiraten, wenn die verstummte Orgel des Ortes wieder erklingt.

Doch Orgelbauer Franz ist mit seinem Zwillingsbruder Josef, dem Kammerdiener von Baron Danning, wegen des Erstgeburtsrechts in Streit geraten und will daher keine Zeit zur Orgel-Reparatur haben. Walter übernimmt unterdessen die Gutsverwaltung und kommt einem betrügerischen Gutsverwalter auf die Schliche. Und der junge Mönch, der sich seiner Berufung nun sicher ist, repariert die Orgel, damit Linda und Walter endlich heiraten können.

Ein unterhaltsamer Heimatfilm, den August Rieger mit einer Reihe von Stars jener Jahre inszenierte. Neben Sieghardt Rupp, eigentlich der harte Mann des deutschen Nachkriegsfilms, Gerlinde Locker und dem Charmeur Wolf Albach-Retty glänzt Paul Hörbiger in einer Doppelrolle des Zwillingspaares Franz und Josef Burgmann. Anlässlich seines 115. Geburtstages am 29. April 2009 will das MDR FERNSEHEN an den vielseitigen österreichischen Theater- und Filmschauspieler erinnern. Seine Lieblingsrolle war der Wiener, eher verträglich und gemütlich. Wie sein Kollege und Lieblingspartner Hans Moser war er Dienstmann, Ober, Adliger, Bänkelsänger. Hörbiger war auch Kaiser Franz Josef II., Joseph Haydn, Johann Strauß oder Franz Schubert. Er debütierte 1927 beim Film und spielte in der Stummfilmzeit in Fritz Langs "Spione" und in "Asphalt" wichtige Rollen.

Seine Tonfilmografie umfasst über 200 Filme, vorwiegend Operetten und Komödien - von "Der Kongress tanzt" (1931) und Max Ophüls Meisterwerk "Liebelei" (1932) bis zu den Filmen als Volksschauspieler ("Lumpaviragabundus" 1956). Im Nachkriegsfilm war er der verschüchterte Portier in Carol Reeds "Der dritte Mann" (1949), vorwiegend aber in der Klischeebesetzung für Wiener Schmäh und Heurigen-Seligkeit. Er gilt als der beliebteste Vertreter der Hörbiger-Schauspielerfamilie, zu der sein Bruder Attila (1896-1987), dessen Frau Paula Wessely (1908-2000) und deren Tochter Christiane Hörbiger (geb. 1938) gehören. 1969 erhielt er das "Filmband in Gold" für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film. Er starb am 5.3.1981 in Wien.
   

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