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Man
hatte sich auf das gewohnte Versammlungsritual eingestellt:
Der mächtige Vorstand der Garagenbaugemeinschaft
trägt seine in geschlossenen Beratungen getroffenen
Entscheidungen vor - und der Rest hebt nur noch
zustimmend die Hand. Doch diesmal kommt es anders.
Da fünf Garagen weniger als geplant gebaut
wurden, hat der Vorstand vier Garagenanwärter
(eine Garage war als Reparaturbox geplant) von der
Liste gestrichen. Deren Namen werden mit fadenscheinigen
Begründungen vorgelesen. Fronten brechen auf,
denn es gibt unter den Garagenanwärtern gewisse
Unterschiede, handfeste Beziehungen, die plötzlich
wesentlich werden. Eine junge Frau nimmt Partei
für die Betroffenen. Sie versteckt den Schlüssel
des Saals. In der so erzwungenen Marathonsitzung
wird aus der ordentlich-undemokratischen eine unordentlich-demokratische
Versammlung. Am Garagenstreit scheiden sich die
Geister, zeigt ein jeder allmählich sein wahres
Gesicht. Nicht jeder hat am frühen Morgen die
Prüfung dieser besonderen Art bestanden.
Das mit vielen Filmen ("Bahnhof für zwei")
erfolgreiche Gespann Braginski/Rjasanow schuf mit
"Die Garage" eine brisante satirische
Filmkomödie, die über allgemeinmenschliche
Schwächen hinaus einen Querschnitt durch die
sozialistische Gesellschaft bietet. Szenische Gags,
verbunden mit intelligentem Wortwitz, entlarven
bissig und zugleich verständnisvoll Heuchelei,
Schmarotzertum, Liebedienerei und manch andere unerfreuliche
menschliche Charaktereigenschaften, wie sie sich
aus der Mangelwirtschaft entwickeln. Die Handlung
vollzieht sich an einem Ort, innerhalb eines Tages
und einer Nacht. Drei gleichzeitig operierende Kameras
vermitteln das Geschehen aus mehreren Perspektiven.
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