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Vier
Abiturienten stehen vor der Wohnungstür ihrer
Mathematiklehrerin Jelena Sergejewna und gratulieren
ihr zum Geburtstag. Sie überschütten die
erstaunte Frau mit Komplimenten und rühren
sie zu Tränen. Doch wie es sich herausstellt,
treibt sie nicht Verehrung zur verhärmten,
allein stehenden Frau, sondern das am selben Tag
geschriebene Mathe-Abitur. Witek hat ein leeres
Blatt abgegeben, Ljalja, Pascha und Wolodja wollen
die Noten verbessern. Der ersehnte Studienplatz
steht auf dem Spiel. Sie haben die fehlerlosen Arbeiten
in der Tasche und wollen sie austauschen. Jelena
Sergejewna soll ihnen kurz den Schlüssel zum
Schulsafe überlassen. Was sie zunächst
fast beiläufig formulieren, eskaliert zunehmend,
denn Jelena Sergejewna lehnt das Ansinnen erst fassungslos,
dann immer entschiedener ab. Sie fordert sie zum
Verlassen der Wohnung auf, doch ihr Anführer
Wolodja zieht den Schlüssel ab und Witek durchschneidet
das Telefonkabel.
Im Verlauf der Nacht prallen die hehren Moralvorstellungen
der Lehrerin ("Glück ist arbeiten für
das Wohl des Volkes") und die Ansichten der
Gymnasiasten aufeinander. Die Situation erreicht
eine Eigendynamik, die in ihrer Aggression alle
Beteiligten wegschwemmt. Zurück bleibt eine
verwüstete Wohnung, eine weinende Ljalja und
Jelena Sergejewna, die sich in ihrem Bad eingeschlossen
hat.
Ein überaus berührendes Kammerspiel, das
konzentriert und pointiert den moralischen Zustand
der sowjetischen Gesellschaft kurz vor dem Zusammenbruch
des Sozialismus beleuchtet. Die Lehrerin, der die
jungen Leute vorwerfen, "eine Phrasen dreschende
Maschine" zu sein, steht für die hehren,
aber nie eingelösten Ideale des Kommunismus.
Die vier Schüler, menschlich wie sozial differenziert
angelegt, stehen für die junge Generation,
die sich nicht mehr mit hohlen Phrasen abspeisen
lassen will und die für die Lehrerin "auf
Vorteil bedachte, herzlose, grausame Egoisten"
sind. Ein Zusammenprall von Wertvorstellungen, deren
Rigorosität für sozialistische Verhältnisse
erstaunlich ist. Inszeniert hat ihn Eldar Rjasanow
der u.a. mit den Filmen "Die Garage" und
"Bahnhof für zwei" als Moralist und
Kritiker des Systems Aufsehen erregte.
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