Fisch oder Fleisch

Spielfilm aus Frankreich von 1958
Regie Yves Robert
Drehbuch Yves Robert, Jean Marsan und Jacques Celhay
Musik Jean Wiener
Kamera Jacques Letellier
Länge 86 Min.
Darsteller Blaireau - Louis de Funès
Arabella de Chaville - Noëlle Adam
Parju, Flurschütz - Moustache
Dubenoit, Bürgermeister - Frédéric Duvallès
Bluette, Gefängnisdirektor - Pierre Mondy
Amédée Fléchard - Claude Rich
Léon de Chaville - Roland Armontel
Madame de Chaville - Madeleine Barbulée
Guilloche, Anwalt - Jean-Marie Amato
und andere

Blaireau, ein pfiffiger Wilddieb, versorgt ganz Montpaillard mit Fisch oder Fleisch. Umsonst bemüht sich der einfältige Gendarm Parju, ihn auf frischer Tat zu ertappen. Doch dann wird Blaireau dennoch verurteilt - allerdings für ein Vergehen, das er nicht begangen hat. Während es sich der Wilddieb im Gefängnis wohl ergehen lässt, knurren in Montpaillard die Mägen.

In dem kleinen französischen Ort Montpaillard ist es ein offenes Geheimnis, dass sich der allseits beliebte Fisch- und Fleischlieferant Blaireau aus den großen Tierreserven von Wald, See und Flur bedient, natürlich verbotenerweise. Nur ist ihm nichts nachzuweisen, sehr zum Ärger der Obrigkeit. Parju, der ebenso behäbige wie einfältige Gendarm, ist ihm zwar immer auf den Fersen, doch Blaireau trickst ihn geschickt aus. Hündchen Waldfried ist ihm dabei eine große Hilfe.

Während sich die Honoratioren der Stadt Fasan, Hase oder Krebs schmecken lassen, lamentieren sie über Blaireaus Treiben. Eines Tages holt sich Parju ein blaues Auge, als er einen Einbrecher an der Mauer des Grundstücks der reichen Familie de Chaville stellen will. Obwohl es sich dabei um den verliebten Musiklehrer Fléchard handelt, der der schönen Tochter Arabella näher kommen will, ist für die Stadtoberen klar, dass nur Blaireau als Täter in Frage kommt. Endlich haben sie einen Grund, ihn ins Gefängnis zu schicken.

Doch während es sich Blaireau nun im Gefängnis gut gehen lässt - nicht zuletzt, weil ihm Fléchard und Arabella anonym jeden Tag Pakete mit allerlei Leckereien zukommen lassen - gibt es für die Köche in Montpaillard weder Fleisch noch Fisch zum Kochen und für die Bürger auch nichts zum Verspeisen. Zu allem Übel gesteht auch noch Fléchard seine Tat und will unbedingt ins Gefängnis. Montpaillard hat plötzlich jede Menge Trubel zu verkraften.
Eine heitere Räuber- und Gendarmkomödie mit Louis de Funès in einer seiner frühen Rollen, die sich durch viel Charme und Originalität auszeichnet. Sein Blaireau ist voller Einfälle und stets zu einem Schabernack bereit, vor allem, wenn er seinem einfältigen Widersacher eins auswischen kann. Und so nebenbei gibt es immer einen Seitenhieb auf Doppelzüngigkeit und Bürokratenselbstgefälligkeit. Ein Filmspaß, der glänzend unterhält und an den begnadeten Komiker Louis de Funès erinnern will.

Geboren am 31.07.1914, hatte der gräfliche Louis Germain David de Funès de Galarza in seinen ersten 27 Lebensjahren mit der Schauspielerei noch wenig am Hut. Er arbeitete im Pelzhandel, war Buchhalter, Fotograf, Klavierspieler. Erst 1941 nahm er Schauspielunterricht; doch der Durchbruch ließ gut zehn Jahre auf sich warten. In "Zwei Mann, ein Schwein und die Nacht von Paris" (1956) konnte de Funès erstmals sein komödiantisches Talent ausspielen. Von da an folgte eine Erfolgskomödie der anderen. Als Hektiker in "Balduin, der Geldschrankknacker" (1963) und den "Fantomas"- und "Gendarm"-Filmen setzte sich der kleine glatzköpfige Mann mit der Hakennase und den unglaublichen Grimassen auch außerhalb Frankreichs durch. Louis de Funès, seit 1973 Ritter der französischen Ehrenlegion, starb am 27.01.1983 in Nantes an den Folgen eines Herzinfarktes.
   

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