Der Kuckuck

Russischer Spielfilm von 2002
Regie Alexander Rogoschkin
Drehbuch Alexander Rogoschkin
Musik Dimitri Pawlow
Kamera Andrej Schegalow
Darsteller Anni - Anni-Kristiina Juuso
Veiko - Ville Haapasolo
Iwan - Viktor Bytschkow
u. a.

Finnland, im September 1944. Noch ist das Land Alliierter Nazideutschlands, und so bestrafen die Deutschen den finnischen Scharfschützen Veiko für seinen Pazifismus. Er wird in eine deutsche Uniform gesteckt und an einen Felsen gekettet, als gut sichtbares Ziel für den russischen Feind. Dabei beobachtet er durch das Zielfernrohr seines Gewehrs, wie ein Jeep der russischen Militärpolizei irrtümlich von eigenen Flugzeugen attackiert wird. Es sieht so aus, als kämen alle ums Leben. Dabei hat einer überlebt: Korporal Iwan, angeklagt der antisowjetischen Propaganda, weil er Gedichte im Stile Jessenins schrieb.

Nahebei lebt die Lappin Anni auf ihrem kleinen ärmlichen Hof mit ein paar Rentieren. Ihr Mann wurde vor vier Jahren zum Krieg eingezogen und kehrte nie mehr zurück. Die junge und wehrhafte Witwe findet die Opfer des Anschlags. Als sie die Toten begraben will, stellt sie fest, dass der schwer verletzte Iwan noch am Leben ist. Sie schleppt ihn zu ihrer kleinen Hütte und pflegt ihn gesund. Nun trifft auch Veiko auf Annis Hütte. Er konnte sich befreien - bis auf die verräterische Kette an seinem Bein.

So treffen in den letzten Kriegstagen unerwartet drei Menschen aufeinander, drei Kulturen und drei verschiedene Sprachen. Sehr komisch ist, wie sie sich missverstehen, manchmal auch tragisch - und natürlich stellt ihnen die Leidenschaft bald Fallen. Noch wissen die drei nicht, dass Finnland und Russland keine Kriegsfeinde mehr sind. Da keiner den anderen versteht, ist Iwan überzeugt, dass Veiko ein deutscher Soldat ist: Die Uniform beweist es! Er hält Veiko für einen Kuckuck - einen feindlichen Scharfschützen. Dabei will Veiko nichts anderes, als die Ketten endlich loswerden, den Krieg vergessen und nach Hause zurückkehren. Anni, hemdsärmelig und sinnlich, kann ihr Glück kaum fassen. Vier Jahre ohne einen Mann und nun zwei auf einmal! Sie muss sich nur noch für einen entscheiden.
Das ungewöhnliche Trio stellt sich auf eine Art Alltag ein. Für den bevorstehenden Winter müssen Vorräte gesammelt sein. Die Männer machen sich so nützlich wie es geht: Veiko baut eine Sauna und Iwan sammelt Pilze. Anni nimmt das mit Stirnrunzeln zur Kenntnis: Eine Sauna ruiniert die Haut und die Pilze bringen den Geist durcheinander! Mit Gesten und Blicken verführt Anni den jungen, stämmigen Veiko. Das bekümmert den älteren Iwan und nährt seine Eifersucht ...

Alexander Rogoschkin, einer der besten russischen Regisseure der Gegenwart, hat mit "Der Kuckuck" eine humorvolle und herzerwärmende Parabel über die Macht der Liebe geschaffen. "Die absurde Grundsituation des Verstehen-Wollens, aber Nicht-Verstehen-Könnens sorgt für reichlich Spannung und Unterhaltung und macht aus dem Film ein warmherziges und skurriles Kleinod, das man so schnell nicht vergessen wird", lobt "Kino-zeit.de" und "Der Spiegel" schreibt: "Eine bezaubernde erotische Komödie über die Sprache der Liebe".

Der Titel "Kuckuck" - im Russischen Kukuschka - bezieht sich auf das Wort, das die Russen im Winter 1939-1940 für die finnischen Heckenschützen benutzten, als die kleine und schlecht ausgerüstete Armee der russischen Seite große Verluste beibrachte. "Kuckuck" ist zugleich der verborgene Name der Heldin.
   

Copyright © Jürgen Oellerich - All Rights Reserved