Die Lady und der Herzog

Französischer Spielfilm von 2001
Regie Eric Rohmer
Drehbuch Eric Rohmer, nach den Memoiren "Journal of My Life During the French Revolution" von Grace Elliott
Musik Claude Balbastre und Francois-Joseph Gossec
Kamera Diane Baratier
Darsteller Grace Elliott - Lucy Russell
Herzog von Orléans - Jean-Claude Dreyfus
Herzog von Biron - Alain Libolt
Pulcherie, die Köchin - Charlotte Véry
Fanchette - Rosette
Champcenetz - Léonard Cobiant
Dumouriez - François Marthouret
Nanon - Caroline Morin
Madame Meyler - Héléna Dubiel
General - Laurent Le Doyen
und andere

Lady Grace Elliott ist aus Liebe zu dem Herzog von Orléans, dem Cousin König Ludwigs XVI., von England nach Paris übergesiedelt. Doch mit der Zeit vergeht die leidenschaftliche Liebe; zurück bleibt eine tiefe, platonische Freundschaft, die auch so manche politischen Differenzen übersteht. Denn Lady Grace ist eine überzeugte Royalistin, der Herzog hingegen ein Verfechter revolutionärer Ideen, aber beide sind keine Dogmatiker, und menschliche Werte bedeuten ihnen mehr als politische Ideale. So bleibt ihre Verbundenheit selbst nach dem Ausbruch der Französischen Revolution bestehen.

Als der Herzog, ein Mitglied des Nationalkonvents, für die Exekution des inzwischen verhafteten Königs stimmt, setzt die Royalistin Grace alles daran, ihn umzustimmen - ohne Erfolg, woran ihre Freundschaft zu zerbrechen droht. Ihr gelingt es jedoch, den Herzog zu überzeugen, einem geächteten Königstreuen - ausgerechnet seinem Intimfeind Champcenetz - zur Flucht vor den Jakobinern zu verhelfen. In den Wirren der Ereignisse gerät die mutige Lady schließlich selbst in die Fänge der Revolutionäre, entgeht aber dank einer Laune Robespierres, der höchstpersönlich den Fortschritt der Revolutionsgerichtsbarkeit überprüft, dem Tod. Der Herzog dagegen wird verurteilt und endet auf der Guillotine.

In seinem Film über die Französische Revolution ist der über 80-jährige Eric Rohmer nicht nur inhaltlich, sondern auch formal geradezu bahnbrechend neue Wege gegangen. Die Möglichkeit, Paris während der Revolution als Pappmaché-Kulisse nachzubilden, hatte der Regie-Altmeister gar nicht erst erwogen. Nach alten Stadtplänen und Genrebildern entstanden für die Außenaufnahmen insgesamt 37 Hintergrundbilder. Mittels digitaler Bluescreen-Technik agieren die Darsteller bei Straßenszenen perspektivisch überzeugend "in" diesen Bildern. So gelang Rohmer ein ganz besonderer historischer Film über eine ungewöhnliche Frau in einer gefahrvollen Zeit.
   

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