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Pleasantville
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Komödie,
USA, 1998, FSK 6
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| Regie |
Gary
Ross |
| Drehbuch |
Gary
Ross |
| Musik |
Randy
Newman |
| Kamera |
John
Lindley |
| Länge |
111
min |
| Darsteller |
Tobey
Maguire, Jeff Daniels, Joan Allen, Natalie Ramsey, Allen
Joan, William H. Macy, Kevin Connors, J. T. Walsh, Marley
Shelton, Jane Kaczmarek, Reese Witherspoon, Don Knotts,
Giuseppe Andrews, Kevin Conners, Paul Walker, Heather McGill,
Marissa Ribisi
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Im Alltagsleben der beiden Teenager David und Jennifer
stimmt so gut wie nichts. Die Eltern sind geschieden,
und die angesagten Typen an der Schule gehen immer
mit anderen aus. David flüchtet sich deshalb
in die Traumwelt einer alten Soap Opera aus den
50er Jahren: "Pleasantville". In dieser
Schwarzweißserie ist die Welt noch in Ordnung.
Jeden Tag scheint die Sonne, das Basketballteam
verliert nie, in der Schule gibt es nur Einser,
und alle miteinander sind freundlich bis zum Abwinken.
Eines Abends bekommt David von einem merkwürdigen
Fernsehtechniker eine noch merkwürdigere Fernbedienung
geschenkt, und als er damit "Pleasantville"
einschaltet, verschlägt es ihn und Jennifer
geradewegs in die Serie. Umsorgt von einer liebevollen
Mami und einem freundlichen Vati erleben sie nun
den Terror einer Gesellschaft, in der es keine Brüche
gibt. Jennifer ist es als erste leid, zeigt den
Jungs, daß ein Rendezvous nicht zwingenderweise
mit Händchenhalten vertan werden muß.
Und siehe, plötzlich kommen Farbtupfer in die
triste Welt. Ein tumber Gastronom entdeckt die Kunst,
und die brave TV-Mami verliebt sich in ihn. Doch
das ist den Herrschenden in der Stadt ein Dorn im
Auge. Bürgermeister Big Bob sieht seine Welt
im Wanken. Zusammen mit den anderen Schwarzweißgebliebenen
geht er zum Gegenangriff über...
Das Regie-Debüt von Gary Ross ist ein in jeder
Hinsicht erstaunlicher Film. Was eine durchschnittlich
bescheuerte Klamotte hätte werden können,
wird zur hochintelligenten Reflexion darüber,
was eigentlich das Leben lebenswert macht. Ross
geht dabei nicht den bequemsten Weg, sagt nicht:
Hey, Kids, Sex and Drugs and Rock-'n'-Roll sind
es! Neben dem Spaß haben Kunst und Literatur
eine wesentliche Funktion, weil sie beunruhigen
und aus der Lethargie reißen. Im letzten Drittel
wird der Film, der als Komödie beginnt, zeitweise
sehr ernst, wenn die Aktionen der unverbesserlichen
Schwarzweißen mit Bücherverbrennungen
und Hinweisschildern "Keine Farbigen erlaubt"
eindeutig faschistische Dimensionen annehmen. So
ist "Pleasantville" weniger ein Film über
die Medien und ihre Traumwelt, sondern eine wichtige
und kluge Lektion in Sachen Demokratie und Toleranz.
Auch das Auge kommt nicht zu kurz: Gary Ross gelingen
in der perfekten Verbindung von Farbe und Schwarzweiß
eine ganze Reihe wunderbarer poetischer Momente,
die manchmal haarscharf am Kitsch vorbeischrammen
(der rosa Regen aus Blütenblättern), optisch
aber immer atemberaubend sind. Der Film wurde in
den Kategorien Ausstattung, Kostüme und Musik
für den Oscar nominiert. Trauriges am Rande:
Dies ist der letzte Auftritt des vielbeschäftigten
Schurkendarstellers J. T. Walsh, der im Februar
1998 im Alter von nur 45 Jahren an Herzversagen
starb.
Bewertung: Gut
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