Peter Berger 2010

 

 

 

Mein Profil

Name
Peter
Geburtstag
15. September
Geboren
1940 in Chemnitz
Größe
186 cm
Gewicht
um die 85 kg
Haarfarbe
dunkelblond
Augenfarbe
graublau
Beruf
Journalist
Vorlieben und Hobbys
 zu jeder Tages- und Nachtzeit lesen, Musik hören;

 im "Zweitausendeins" in der Kantstraße CDs kaufen;

 bei den "Eisenherzen" nach guten Büchern stöbern. Meist werd' ich fündig;

 in der Gate-Sauna schwitzen und mit netten Leuten plaudern.
noch zu haben?
nee, lebe seit über 40 Jahren mit Jürgen zusammen
E-Mail
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Über einen Eintrag inswürde ich mich freuen.

Andere schreiben ihre Memoiren. Ich nicht, bringe dennoch viel zu Papier, aber meine Lebensbeichte war noch nicht dabei. Ich publizierte für eine Tageszeitung. Einige Artikel bot ich einem Verlag zum Druck an.

Und so entstand mein erstes Buch

 


"Der Repräsentant in der Hängematte"

Natürlich sind in meinem Buch auch einige schwule Geschichten enthalten. Lust auf eine Kostprobe? Eine Leseprobe könnt Ihr gleich hier am Ende dieser Seite lesen.
Wer auch die anderen Sittenbilder und Idyllen aus dem deutsch-deutschen Panoptikum kennen lernen möchte - das Buch ist 1997 im Dietz Verlag erschienen (ISBN 3-320-01906-6).

Und hier noch
einige Fotos von mir

Peter Berger 2011
Ausflug in den Spreewald
Peter Berger 2011
Silvesterfete 2011 mit Stammtischfreunden
Peter berger 2011
Nicht seekrank werden!
Peter Berger 2011Peter Berger 2011
2011 in Gdansk
Peter Berger 2010
in Tanzlaune beim Stammtischtreffen
Peter Berger 2010
Der Hotelier vom Wolfgangsee
Peter Berger
Blick über Salzburg 2010
Peter Berger 2010
der Hundeflüsterer
Peter Berger 2010
Ich hab mich 2010 getraut
Peter Berger 2010
Peter Berger 2009
Es ist Stammtischzeit
Peter Berger 2009
gleich schnappt sie sich ihn
Peter Berger 2008
Stadtbummel in Celle 2008
Peter Berger 2008
2 müde Wanderburschen
in der Ellendorfer Wacholderheide
Peter Berger 2007
Ich lerne Englisch
Peter Berger 2007
Wer will denn hier
wem etwas sagen?
Peter Berger 2003
oben ohne
nach dem Frühstück
Peter Berger 2003
Was kommt wohl heute im Fernsehen?
Peter Berger 2003
aus der Vogelperspektive
Peter Beger 2003
Bitte nicht stören:
ich arbeite
Peter Berger 2002
Da genießt jemand
Peter Berger 2003
keine Müdigkeit vortäuschen
Peter Berger
Auf Korfu 1994:
fast eine perfekte Hunde-Entführung
Peter Berger
Niklas und Lydia -
meine beiden Enke 2001
Peter Berger
Urlaub 1993 in Avignon:
Was guckst du?
Peter Berger
Rasenlatscher in Nimes,
im Garten de la Fantasie
Peter Berger
So sah ich 1942 aus
Peter Berger
Einschulung 1945

Bass mit Schleppe

Den "LUSTigsten Ball im Januar" versprachen die Herren des schwulen Berliner Männerchores RosaCavaliere mit ihrem neuesten Programm "Weiße Nächte", aber mir fehlen leider die Vergleichsmöglichkeiten. Von den nächtlichen Lustbarkeiten der winterlichen Ballsaison hatte ich nur am Presseball als Fernsehzuschauer teilgehabt, und was mir da das Lokal-TV B1 an repräsentativer Langeweile im Hofberichterstattungston ins Haus gekabelt hatte, war freilich leicht zu überbieten. Aber jeder Gegenvorschlag zu dieser alljährlichen Einvernehmlichkeitsorgie von Boulevardpresse, Politprominenz und kulturellem Establishment, verbrämt mit modischem Wohltätigkeitsgetue, erscheint mir schon als verdienstvolle Kulturleistung mit Anspruch auf Belobigung.

Wobei die zwei Dutzend rosa Sangesbrüder, die sich 1989 nach dem Mauerfall als schwuler Männerchor von ganz Berlin zusammenfanden, auf solchen Wettbewerb nicht aus sind. Ihre Liebe ist der Chorgesang, und er ist wohl auch wichtigster Sinn und Zweck ihrer Bälle: das Publikum hautnah zu erleben uns sich ihm mit allem, was man kann, zu präsentieren. In einer Revue, die wohl eher Kabarett ist und ihren besonderen Reiz gewinnt aus dem ungenierten Umgang mit der eigenen Unprofessionalität. Während andere Ensembles dieser Art die Revue kopieren, und das oft mit beachtlicher Perfektion, parodiert die Cavaliers-Clique die Show-Genres nach Herzenslust, und sich selber von Herzen auch. Diese heitere Desillusionierung funktioniert möglicherweise schon auf dem Billardtisch, wenn er nur geräumig genug ist, aber ein großer Saal tut's natürlich auch.

Vor allem einer wie der Meistersaal in der Köthener Straße dicht am Potsdamer Platz. Der ist in seiner klassizistischen Vollkommenheit geradezu eine Herausforderung für den sich selbst parodierenden szenischen Dilettantismus. Und bietet gleichzeitig der respektablen Sangeskunst der Cavaliere einen idealen Raum zur Entfaltung: der Saal, dessen Wände und Decke aus prachtvoll verarbeiteten Edelhölzern gefertigt wurden, ist berühmt für seine vollkommene Akustik.

In dieses stilvolle Ambiente, das komplettiert wird durch eine stilvolle Gastronomie, die so bekömmlich wie erschwinglich ist, zog's die Cavaliere mit "Walzern- und Operettenmelodien". Man weiß schließlich, was in solch einen Rahmen passt. Und das Stammpublikum des Chors füllte den Saal mit den Silberleuchter beladenen Edelholz-Tischen, durfte gespannt sein, wie man sich den Rahmen passend machen würde...

"Weiße Nächte" hieß der Abend und begann zunächst einmal mausgrau. Wie die Farbe der Trikots, in denen die Herren der Reihe nach quer durch den Saal zur Bühne strebten: auf grauem Grund eine orangefarbene Schärpe um die Schulter und eine rote um die Taille. Was den Bauch, wo vorhanden, nicht gerade verkleinerte, aber prachtvoll schmückte.

Nach dem Auftritt zu Rezniczeks "Donna Diana" vom Band Straußens "Frühlingsstimmenwalzer" zum Klavier (Thomas Noll): "Frühling ist bald" teilte der Chor vielstimmig mit, und der Wiener im Wald, so säuselte es weiter in wiegender Metrik, pflege sich zu dieser Zeit die Zeit paarweise zu vertreiben. Worauf sich dann ein musikalisches Wienerwaldweben auf der Bühne entwickelte, in das auch gewisse Bewegungselemente aus dem Kamasutra choreografisch heftig Eingang fanden.

Ein Lehar-Block bringt hernach wieder Ordnung ins Programm und Gelegenheit, die Schärpen zu richten. Es geht, wie denn anders bei Lehar, eine Träne auf Reisen zum fernen Wolgastrand, wo ein Soldat grad dabei ist, eine Eingabe nach Oben zu richten: "Hast Du da droben vergessen auf mich?" Hat Er nicht, wie nun eine munter parlierende Tenorgruppe versichert: "Ein Schiff wird kommen". Na also. Dunkle Bässe betätigen sich nun als Stimmungsaufheller: "Immer nur lächeln!" Ein Zweckoptimismus, der bald durchschaut ist: "Doch wie's da drinnen aussieht, geht keinen was an!" Wobei dem Dirigenten just in diesem Moment ein Päckchen Aspirin aus der Hosentasche rutscht. Eine Panne, die das Publikum vergnügt als Gag registriert.

Wo Chormusik sich spontaner Lust am Improvisieren zu beugen hat, ist Schöngesang nicht immer zu erwarten. Die Tempi, namentlich bei den Walzern, könnten straffer sein, der Gesang klingt mitunter elegischer, als es selbst eine Parodie erlaubt: Man schindet Zeit für Gags und Gänge. Die hat man endlich im 3. Block beim Ascot-Marsch aus "My fair Lady": Die Herren Damen tragen nun Mausgrau mit Hut und zelebrieren in aller Gemütsruhe und stockendem Staccato britische Leidenschaft: "Sel-ten-war-ich-so-le-ben-dig..." Das Publikum ist's tatsächlich und applaudiert der Pleureusen-Parade stürmisch. Wie auch dem Offenbach-Block, wo sich solistische Bravour zahlreicher Chormitglieder mit parodistischer Eleganz gar prächtig verbindet. Zum Beispiel, wenn der "Prinz von Arkadien" als einfache Frau aus dem Volke vom Typ Nana Mouskouri herzbewegend klagt: "Einst war ich Putzfrau bei Mitro-ho-pa", und dann weiter berichtet, daß man's in dieser Position leider nicht zu Reichtum bringt: "Statt Diademe nur Ekzeme". Dann eine prachtvolle Travestienummer: Eine schöne Dame vermeldet in dumpfer Trauer den Verlust des Gatten, der im Krieg abhanden kam, um sich dann in glasklarer Höhenlage den Vorzügen der Generale zuzuwenden. Wobei sich plötzlich der züchtige schwarze Mantel öffnet, und sich auf blanker Haut schwarzes Ledergeschirr spannt.

Nach so viel schwarzem Humor wird's endlich weiß in dieser Nacht. Die Herren schweben ein in lichten Gewändern - vom schlichten Linnen über das Tütü bis zum Federcape alles vertreten. Ein Bass als Braut mit Schleppe. Und musikalisch geht's dabei wieder zurück zur Natur, zum Wienerwald. Der Rest ist Reigen.

Zu dem dann auch, wie vorher schon in den Programmpausen, das Publikum selber Frack, Fummel oder Turnschuh schwenken kann. Zu einer Musik vom Feinsten - vom Meistersaal-Salonorchester.

©1995

 

   

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