
Ausflug
in den Spreewald
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Silvesterfete
2011 mit Stammtischfreunden
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Nicht
seekrank werden!
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2011
in Gdansk
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in
Tanzlaune beim Stammtischtreffen
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Der
Hotelier vom Wolfgangsee
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Blick
über Salzburg 2010
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der
Hundeflüsterer
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Ich
hab mich 2010 getraut
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Es
ist Stammtischzeit
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gleich
schnappt sie sich ihn
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Stadtbummel
in Celle 2008
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2
müde Wanderburschen
in der Ellendorfer Wacholderheide
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Ich
lerne Englisch
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Wer
will denn hier
wem etwas sagen?
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oben
ohne
nach dem Frühstück
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Was
kommt wohl heute im Fernsehen?
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aus
der Vogelperspektive
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Bitte
nicht stören:
ich
arbeite
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Da
genießt jemand
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keine
Müdigkeit vortäuschen
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Auf
Korfu 1994:
fast eine perfekte Hunde-Entführung
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Niklas
und Lydia -
meine beiden Enke 2001
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Urlaub
1993 in Avignon:
Was guckst du?
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Rasenlatscher
in Nimes,
im Garten de la Fantasie
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So
sah ich 1942 aus
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Einschulung
1945
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Bass
mit Schleppe
Den "LUSTigsten
Ball im Januar" versprachen die Herren des schwulen Berliner Männerchores
RosaCavaliere mit ihrem neuesten Programm "Weiße Nächte",
aber mir fehlen leider die Vergleichsmöglichkeiten. Von den nächtlichen
Lustbarkeiten der winterlichen Ballsaison hatte ich nur am Presseball als
Fernsehzuschauer teilgehabt, und was mir da das Lokal-TV B1 an repräsentativer
Langeweile im Hofberichterstattungston ins Haus gekabelt hatte, war freilich
leicht zu überbieten. Aber jeder Gegenvorschlag zu dieser alljährlichen
Einvernehmlichkeitsorgie von Boulevardpresse, Politprominenz und kulturellem
Establishment, verbrämt mit modischem Wohltätigkeitsgetue, erscheint
mir schon als verdienstvolle Kulturleistung mit Anspruch auf Belobigung.
Wobei die zwei
Dutzend rosa Sangesbrüder, die sich 1989 nach dem Mauerfall als schwuler
Männerchor von ganz Berlin zusammenfanden, auf solchen Wettbewerb nicht
aus sind. Ihre Liebe ist der Chorgesang, und er ist wohl auch wichtigster
Sinn und Zweck ihrer Bälle: das Publikum hautnah zu erleben uns sich
ihm mit allem, was man kann, zu präsentieren. In einer Revue, die wohl
eher Kabarett ist und ihren besonderen Reiz gewinnt aus dem ungenierten Umgang
mit der eigenen Unprofessionalität. Während andere Ensembles dieser
Art die Revue kopieren, und das oft mit beachtlicher Perfektion, parodiert
die Cavaliers-Clique die Show-Genres nach Herzenslust, und sich selber von
Herzen auch. Diese heitere Desillusionierung funktioniert möglicherweise
schon auf dem Billardtisch, wenn er nur geräumig genug ist, aber ein
großer Saal tut's natürlich auch.
Vor allem einer
wie der Meistersaal in der Köthener Straße dicht am Potsdamer Platz.
Der ist in seiner klassizistischen Vollkommenheit geradezu eine Herausforderung
für den sich selbst parodierenden szenischen Dilettantismus. Und bietet
gleichzeitig der respektablen Sangeskunst der Cavaliere einen idealen Raum
zur Entfaltung: der Saal, dessen Wände und Decke aus prachtvoll verarbeiteten
Edelhölzern gefertigt wurden, ist berühmt für seine vollkommene
Akustik.
In dieses stilvolle
Ambiente, das komplettiert wird durch eine stilvolle Gastronomie, die so bekömmlich
wie erschwinglich ist, zog's die Cavaliere mit "Walzern- und Operettenmelodien".
Man weiß schließlich, was in solch einen Rahmen passt. Und das
Stammpublikum des Chors füllte den Saal mit den Silberleuchter beladenen
Edelholz-Tischen, durfte gespannt sein, wie man sich den Rahmen passend machen
würde...
"Weiße
Nächte" hieß der Abend und begann zunächst einmal mausgrau.
Wie die Farbe der Trikots, in denen die Herren der Reihe nach quer durch den
Saal zur Bühne strebten: auf grauem Grund eine orangefarbene Schärpe
um die Schulter und eine rote um die Taille. Was den Bauch, wo vorhanden,
nicht gerade verkleinerte, aber prachtvoll schmückte.
Nach dem Auftritt
zu Rezniczeks "Donna Diana" vom Band Straußens "Frühlingsstimmenwalzer"
zum Klavier (Thomas Noll): "Frühling ist bald" teilte der Chor
vielstimmig mit, und der Wiener im Wald, so säuselte es weiter in wiegender
Metrik, pflege sich zu dieser Zeit die Zeit paarweise zu vertreiben. Worauf
sich dann ein musikalisches Wienerwaldweben auf der Bühne entwickelte,
in das auch gewisse Bewegungselemente aus dem Kamasutra choreografisch heftig
Eingang fanden.
Ein Lehar-Block
bringt hernach wieder Ordnung ins Programm und Gelegenheit, die Schärpen
zu richten. Es geht, wie denn anders bei Lehar, eine Träne auf Reisen
zum fernen Wolgastrand, wo ein Soldat grad dabei ist, eine Eingabe nach Oben
zu richten: "Hast Du da droben vergessen auf mich?" Hat Er nicht,
wie nun eine munter parlierende Tenorgruppe versichert: "Ein Schiff wird
kommen". Na also. Dunkle Bässe betätigen sich nun als Stimmungsaufheller:
"Immer nur lächeln!" Ein Zweckoptimismus, der bald durchschaut
ist: "Doch wie's da drinnen aussieht, geht keinen was an!" Wobei
dem Dirigenten just in diesem Moment ein Päckchen Aspirin aus der Hosentasche
rutscht. Eine Panne, die das Publikum vergnügt als Gag registriert.
Wo Chormusik
sich spontaner Lust am Improvisieren zu beugen hat, ist Schöngesang nicht
immer zu erwarten. Die Tempi, namentlich bei den Walzern, könnten straffer
sein, der Gesang klingt mitunter elegischer, als es selbst eine Parodie erlaubt:
Man schindet Zeit für Gags und Gänge. Die hat man endlich im 3.
Block beim Ascot-Marsch aus "My fair Lady": Die Herren Damen tragen
nun Mausgrau mit Hut und zelebrieren in aller Gemütsruhe und stockendem
Staccato britische Leidenschaft: "Sel-ten-war-ich-so-le-ben-dig..."
Das Publikum ist's tatsächlich und applaudiert der Pleureusen-Parade
stürmisch. Wie auch dem Offenbach-Block, wo sich solistische Bravour
zahlreicher Chormitglieder mit parodistischer Eleganz gar prächtig verbindet.
Zum Beispiel, wenn der "Prinz von Arkadien" als einfache Frau aus
dem Volke vom Typ Nana Mouskouri herzbewegend klagt: "Einst war ich Putzfrau
bei Mitro-ho-pa", und dann weiter berichtet, daß man's in dieser
Position leider nicht zu Reichtum bringt: "Statt Diademe nur Ekzeme".
Dann eine prachtvolle Travestienummer: Eine schöne Dame vermeldet in
dumpfer Trauer den Verlust des Gatten, der im Krieg abhanden kam, um sich
dann in glasklarer Höhenlage den Vorzügen der Generale zuzuwenden.
Wobei sich plötzlich der züchtige schwarze Mantel öffnet, und
sich auf blanker Haut schwarzes Ledergeschirr spannt.
Nach so viel
schwarzem Humor wird's endlich weiß in dieser Nacht. Die Herren schweben
ein in lichten Gewändern - vom schlichten Linnen über das Tütü
bis zum Federcape alles vertreten. Ein Bass als Braut mit Schleppe. Und musikalisch
geht's dabei wieder zurück zur Natur, zum Wienerwald. Der Rest ist Reigen.
Zu
dem dann auch, wie vorher schon in den Programmpausen, das Publikum selber
Frack, Fummel oder Turnschuh schwenken kann. Zu einer Musik vom Feinsten -
vom Meistersaal-Salonorchester.
©1995